Brüche und kaputtes Blech durch überfrierende Nässe

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Einige Sturzopfer mit Knochenbrüchen mussten mit Krankenwagen in die Klinik gefahren werden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Das morgendliche Blitzeis hat erneut für Hochbetrieb in der Unfallchirurgie des Klinikums Hellersen gesorgt. Neben Prellungen, Schürfungen und Stauchungen verzeichnete Prof. Dr. Gerfried Giebel, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, ein halbes Dutzend Brüche an „Speiche, Sprunggelenk, Schlüsselbein und Unterarm“. „Wir hatten relativ viele Patienten hier“, berichtete Giebel.

Viele hätten solche Straßenverhältnisse offenbar nicht erwartet, als sie morgens aus dem Haus gingen, und stürzten auf dem Weg zur Arbeit.

Die Kreispolizeibehörde zählte bis zum Mittag 25 glatteisbedingte Unfälle im Südkreis. Glücklicherweise sei es aber in allen Fällen bei Blechschäden geblieben, berichtete Polizei-Sprecher Norbert Pusch.

In Lüdenscheid bemühte sich der STL seit den frühen Morgenstunden, der überfrierenden Nässe Herr zu werden. Zwischen 3 und halb 4 Uhr sei der erste Einsatz gefahren worden, sagte Heino Lange, stellvertretender Werkleiter des STL. Auf den Straßen habe der STL „zwei komplette Salzdurchgänge“ gefahren – mit elf Stunden Gesamtzeit. „An heiklen Stellen sind wir dreimal gewesen.“ Durch den frühen Beginn seien die Straßen bis zum Beginn des Berufsverkehrs einigermaßen frei gewesen.

Als sehr widerständig erwiesen sich durch den tiefgefrorenen Boden die Gehwege. Diese seien in drei Runden ab 5, 7.30 und 8.30 Uhr gesalzen worden, weil sie immer wieder zufroren, sagte Lange. Ähnlich stellte sich das Problem auf den weniger befahrenen Straßen dar. Auf vielbefahrenen Straßen werde das Salz hingegen von den Fahrzeugen in den Straßenbelag gerieben und könne dort seine Wirkung entfalten.

In der Stadt war die Glätte vorrangiges Gesprächsthema: „Man kann überhaupt nicht laufen“, klagte ein Passant, und ein weiterer kündigte mit Blick auf seinen Gehweg daheim an, sich im nächsten Winter mit „drei Zentnern“ Salz bevorraten zu wollen. ▪ thk

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