Nur ein Bruchteil des Möglichen: Gutachter sieht Potenzial für viel mehr Windräder im MK

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Der Märkische Kreis nutzt bei der Windenergie bislang 2,3 Prozent seinen Potenzials, wie aus einem Gutachten hervorgeht.

Märkischer Kreis – Erneuerbare Energien gelten als eines der wichtigsten Instrumente zur Abmilderung des Klimawandels. Doch das Potenzial wird nicht überall gleichermaßen ausgeschöpft. Im Vergleich mit anderen Bezirken und Kreisen in Nordrhein-Westfalen (NRW) befindet sich der Märkische Kreis in vielen Punkten eher im unteren Drittel.

Das jedenfalls geht aus einem Gutachten hervor, das von der Bezirksregierung Arnsberg beauftragt wurde. Anlass war laut Mitteilung der Bezirksregierung der weitere Ausbau erneuerbarer Energien, um die vom Bund neugesetzten Klimaschutz-Ziele 2030 zu erreichen. Demnach sollen dann 65 Prozent (zurzeit 43 Prozent) des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. 

Aus dem Gutachten geht hervor, dass es in vielen Bereichen hinsichtlich der Potenzialnutzung große Unterschiede gibt. Sowohl im Vergleich Südwestfalen, Münsterland und Ostwestfalen als auch im Vergleich von Landkreisen, kreisfreien Städten und Ballungsräumen. So schneidet der Märkische Kreis ab: 

Windenergie 

Der Märkische Kreis liegt bei der Nutzung von Windenergie weit unter seinem Potenzial: Lediglich 2,3 Prozent werden ausgeschöpft, heißt es in dem Gutachten. 

Zum Vergleich: Der Durchschnittswert im Regierungsbezirk Arnsberg liegt bei 8,1 Prozent. An der Spitze steht im regionalen Vergleich Bottrop mit 87,9 Prozent, Hagen schöpft 10,6 Prozent seines Potenzials bei der Windenergie aus, der Hochsauerlandkreis 6,6 Prozent. 

Der MK liegt damit auf viertletzter Stelle. Dahinter befinden sich noch der Kreis Olpe (1,5 Prozent), Herne (0,1 Prozent) und Bochum (0,0 Prozent). 

Dach-Photovoltaik 

Auch hierbei ist ein Nord-Süd-Gefälle erkennbar, allerdings schwächer ausgeprägt als bei der Windenergie. „Der deutlichste regionale Unterschied besteht hier zwischen Stadt und Land. Im Regierungsbezirk Arnsberg wird das Potenzial der Photovoltaik auf Dachflächen in den Kreisen, beispielsweise im Hochsauerlandkreis, in höherem Ausmaß genutzt, als in den kreisfreien Städten im Ruhrgebiet“, heißt es in dem Gutachten. 

In Zahlen heißt das: Der MK schöpft 3,9 Prozent seines Potenzials aus und steht damit im regionalen Vergleich an siebtletzter Stelle. Darunter befindet sich Hagen mit 2,5 Prozent, der Hochsauerlandkreis bringt es auf 10,2 Prozent. Der Kreis Borken führt die Tabelle mit 16,0 Prozent an. 

Photovoltaik Freiflächen

Hierbei wurden laut Gutachten verschiedene Flächen daraufhin untersucht, ob sie als Standorte für Freiflächen-Photovoltaik geeignet sind. Zu den untersuchten Flächen gehörten demnach Randstreifen an Autobahnen und Schienenwegen, Halden und Deponien, militärische Konversionsflächen, Brach- und Freiflächen in Industrie- und Gewerbegebieten, Bergbaufolgeflächen, Parkplätze, Lärmschutzwände, Brücken und ehemalige Tagebaugebiete. 

Generell fallen die Werte dabei sehr niedrig aus, der Märkische Kreis nutzt sein Potenzial laut Gutachten nicht (0,0 Prozent), ebenso Hagen. Der Hochsauerlandkreis schöpft 1,8 Prozent seines Potenzials aus, der Kreis Höxter schafft es mit 4,8 Prozent auf Platz 1 im regionalen Vergleich. 

Geothermie 

Im Bereich der Geothermie, also Erdwärme, besteht laut Gutachten generell ein sehr großes Ertragspotenzial – genutzt werde davon bislang aber nur ein kleiner Teil. NRW-weit liegt der Durchschnittswert bei nur 1,1 Prozent, die Kreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Arnsberg nutzen fast alle maximal 1 Prozent ihres Potenzials. 

Der Märkische Kreis bringt es dabei auf nur 0,5 Prozent, lediglich der Kreis Olpe liegt mit 1,9 Prozent über dem Durchschnitt. Hagen nutzt demnach 0,4 Prozent und der Hochsauerlandkreis 0,9 Prozent. An der Spitze befindet sich Köln (4,2 Prozent).

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