Gerd Ellenbeck sichert Bronze-Göttin Frigga

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Ein Bild aus besseren Tagen: Frigga im Sommer noch intakt auf ihrem Sockel am Sauerfeld.

LÜDENSCHEID -  Dem aufmerksamen Kunstfreund Gerd Ellenbeck hat die nordische Bronze-Göttin Frigga womöglich ihre Existenz zu verdanken. Denn Ellenbeck fiel in der vergangenen Woche auf, dass die Standsicherheit der Statue auf ihrem Podest an der Unterführung der Sauerfelder Straße nicht mehr gewährleistet war – wir berichteten.

Der Grund für Friggas Rückzug aus dem öffentlichen Raum konnte gestern Abend im Kulturausschuss nicht ganz eindeutig geklärt werden. Der Zahn der Zeit hat dem hageren Mädchen mit den langen Zöpfen ohne Zweifel zugesetzt. Aber es gäbe auch Sägespuren, wurde bei einer eilig einberufenen Ortsbegehung festgestellt. Immerhin hat Bronze einen beträchtlichen Marktwert. So involvierte man seitens der Museen der Stadt das Auge des Gesetzes, das sich zwei Nächte auf die Lauer legte – vergebens. Auf Kosten Ellenbecks wurde die Statue des Künstlers Bernhard Kleinhans schließlich abtransportiert und im Depot der Museen gelagert. Auch der Sockel wird „auf kleinem Dienstweg“ in den nächsten Tagen gesichert. „Dafür gilt einerseits Gerd Ellenbeck unser Dank, andererseits aber auch der Polizei“, so die Kulturpolitiker. „Frigga hat’s jetzt erstmals warm und weich“, konstatierte Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen, so lange, bis sich der Sohn des Künstlers des väterlichen Werks annimmt und, weil selbst Bildhauer, abschätzt, ob und wie die Göttin wieder restauriert werden kann. Die Kosten dafür gilt es nun zu ermitteln.

Weiterer Punkt auf der Tagesordnung des Kulturausschuss war neben der „Absegnung“ des Haushalts ein Parforceritt durch die kommende Spielzeit im Kulturhaus. Immerhin gilt es, 335 000 Euro Etat sinnbringend zu investieren, und die Verträge dazu müssen frühzeitig abgeschlossen werden. So stellte Kulturhausleiter Stefan Weippert vor, dass neben der Neuen Volksbühne Köln auch die Sängerin Helen Schneider kommen wird, dass in der Schauspielreihe B das Ohnsorgtheater und die „Golden Girls“ zu Gast sein werden und Beziehungsgeflechte jeder Art amüsant, aber mit ernstem Hintergrund gezeigt werden. Der Rezitator Lutz Görner wird in Begleitung der Pianisten Nadja Singer Wissenswertes über Beethoven mit nach Lüdenscheid bringen, im Bistro K werden Kabarettisten von Butzko über Netenjakob bis hin zu Puffpaff erwartet. In den Kinderreihen sind die üblichen Helden von Peter Pan bis Pettersson zu sehen – „das kommt bei den Kindern immer sehr gut an“, so Weippert. Klassisches Ballett, die Folkreihe in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Kalle, Poetry Slam und ein Abend mit Lutz Görner auf der Waldbühne komplettieren das Programm. - rudi

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