Schillernde Parforce-Jagd im Kulturhaus

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Erster Höhepunkt war der unvergessliche Falco mit einem Medley von „Vienna“ bis zu „Rock me, Amadeus“.

LÜDENSCHEID - Manchmal schrill, manchmal melancholisch, aber immer schillernd präsentierte sich am Dienstagabend im Kulturhaus die Parforce-Jagd durch die besten Musicals aus aller Welt. Sie lockte auch diesmal wieder trotz der stolzen Eintrittspreise um die 50 Euro hunderte von Musical-Liebhabern ins Kulturhaus.

Von Jutta Rudewig

Die „Broadway Musical & Dance Company“ zieht seit mehr als zehn Jahren durchs Land und bietet die Show „Die Nacht der Musicals“, immer wieder in aktualisierter und abgeänderter Form. Nicht zuletzt der im vergangenen Jahr Oscar-prämierte Kinoerfolg um den ehemaligen Strafgefangenen Jean Valjean veranlasste das Team, „Les Misérables“ ins Programm aufzunehmen.

Mit vier Titeln aus diesem Musical eröffnete die Company mit ihren vier Solisten Martin Markert, Otto Magocs, Britta Haider und Karolin Konert eine Nacht, die für die folgenden Stunden ebenso rasant wie gefühlvoll das Publikum begeisterte. Das Bühnenbild gespickt mit Sinn bringenden Projektionen und einer sehr durchdachten Illumination, die Darsteller in dem dem Musicalhit angepassten Outfit.

Erster Höhepunkt war der unvergessliche Falco mit einem Medley von „Vienna“ bis zu „Rock me, Amadeus“. Cats, Tarzan, Jekyll & Hyde, ein schrilles ABBA-Medley mit Glitzerfummeln, aber ohne Plateau-Schuhe, die ohne Zweifel die flotte Tanzchoreographie zunichte gemacht hätten – und schon ging’s in die Pause.

„Sweet Transvestite“ war der erste Beitrag nach der Pause überschrieben. Frontmann Martin Markert wagte sich im anzüglichen Lederlook mitten ins Publikum. Aber es gab auch sanftere Töne wie Karolin Konerts Darstellung der argentinischen Präsidentengattin Eva Perón und dem Hit „Wein nicht um mich, Argentinien“.

Angenehm brachten die Musical-Darsteller die Hits auf ihre eigene Weise dar und sangen nicht einfach nur nach. Manchmal allerdings so laut, dass die Töne im Magen spürbar waren.

Der letzte Act war „Sister Act“, eine Zugabe abzutrotzen brauchte das Publikum nicht – die Musiker waren vorbereitet. Gemeinsam mit ihren Gästen sangen und tanzten sie zu später Stunde auf der Bühne und den Rängen. Und mit entsprechend aufgelockerten Muskeln wurden diese dann nach guten zweieinhalb Stunden in die kalte Winternacht entlassen.

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