Doppel-Selbstmord mit Holzschwertchen

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Das BGL-"bretterhaus"-Ensemble zeigte Shakespeares "Sommernachtstraum". Am Donnerstagabend ist eine weitere Vorstellung. Es gibt noch Karten an der Theaterkasse des Kulturhauses.

Lüdenscheid – „Ohne Euch sind wir gar nichts“ – ein schöneres Kompliment hätte Dieter Utsch, Direktor des Bergstadt-Gymnasiums, dem „bretterhaus“-Ensemble nach der gut eineinhalbstündigen, pausenlosen Aufführung am Mittwochabend kaum machen können: Shakespeare hatten sich die jungen Schauspieler für die alljährliche Inszenierung im Kulturhaus auf die Fahnen geschrieben, schwere Kost, die lange und intensive Proben voraussetzte.

Der Dank des BGL-Direktor ging an alle, die auf und hinter der Bühne am Mittwoch und am Donnerstag für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Utsch vergaß auch nicht das Lob an das Kulturhausteam, das trotz des personellen Engpasses zwei Vorstellung ermöglichte. Besonders freue ihn, dass er im gut zweihundertköpfigen Publikum auch Schüler aus Theatergruppen anderer Lüdenscheider Schulen sowie ehemalige BGL-Schüler und Kollegen ausgemacht hätte. Und nicht zuletzt galt sein Dank den beiden Regisseurinnen Cornelia Meißner und Julia Pütz, die mehr als ein Jahr mit dem „bretterhaus“ an der Aufführung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ gearbeitet hätten.

Blumen gab es auf der Kulturhausbühne für alle Beteiligten, nachdem der symbolische Vorhang gefallen war. Vorangegangen war frei nach William Shakespeare und in einer Bearbeitung von Cornelia Meißner und Julia Pütz eine an und für sich wirre Geschichte: Theseus, der Herzog von Athen, ist mit Hippolyta, Königin der Amazonen, verlobt. Hermia, Tochter des Egeus, ist in Lysander verliebt, Demetrius, ein junger Mann aus Athen, in Hermia. Lysander, auch ein edler junger Mann aus Athen, ist ebenfalls in Hermia verliebt, Helena, eine Freundin der Hermia, in Demetrius. Und dann waren da noch König und Königin der Feen und der Waldgeist Puck, ein Weber, ein Zimmermann, ein Kesselflicker und ein Bälgenflicker.

 Hermia soll nach dem Willen ihres Vaters Demetrius heiraten. Sie möchte aber nicht, weil sie ja Lysander liebt. Diese Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Helena, die Freundin von Hermia, ist hingegen in Demetrius verliebt, der ihr früher den Hof gemacht hat. Theseus, der König von Athen, wird befragt und gibt Hermia eine Bedenkzeit bis zu seiner Hochzeit mit der Amazonenkönigin Hippolyta. Lysander und Hermia fassen den Entschluss, Athen heimlich zu verlassen, und verabreden sich nachts im Wald. Helena und Demetrius folgen den beiden.

"bretterhaus"-Ensemble spielt den "Sommernachtstraum"

Dort treffen sich zeitgleich Handwerker, die das Theaterstück „Pyramus und Thisbe“ für die Hochzeit von Theseus und Hippolyta einstudieren wollen. Vor allem deren „Theater“ im Theater sorgte am Ende des Verwirrspiels für Spaß beim Publikum, stellten doch die Schauspieler die antike Sage von Pyramus, seiner einfältigen und grell geschminkten Thisbe mit dem Schleier und der menschlichen Wand für der beiden Liebesgeflüster erfrischend grob-klotzig dar. Selbst der Doppel-Selbstmord der Liebenden geriet dabei zum Spaßfaktor, als sich der verzweifelte Pyramus in sein Holzschwertchen stürzte.

Erstmals habe man in diesem Jahr einen Projektkurs in das Ensemble integrieren können und Nachwuchs aus den Reihen der „Bergstadtisten“ bekommen, lobte Regisseurin Julia Pütz das Ensemble: „Wir hatten durchaus auch harte Zeiten. Aber das Ergebnis entschädigt für alles!“

Das Ensemble: Hanna Santen, Jana Eigenbrod, Zuzanna Polewska, Emily Heising, Olivia Mrkajic, Clara Heggemann, Laura Breitschwerdt, Malte Lüttringhaus, Helen Lütke-Dartmann, Leonie Raßmussen, Jana Remscheid und Justus Weber und Anna Postehler (Technik).

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