Diktatoren aus der Präsidentenfabrik

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Textproben am BGL: Das "bretterhaus"-Ensemble zeigt das Kästner-Stück "Schule der Diktatoren".

Lüdenscheid  - Für das Jubiläum „10 Jahre ,bretterhaus'-Ensemble“ im kommenden Jahr hat sich die Theatertruppe des Bergstadt-Gymnasiums ein Stück von Erich Kästner (1899-1974) vorgenommen: Die „Schule der Diktatoren“ wird seit Oktober einstudiert.

Premiere im Kulturhaus ist am 5. Mai, eine weitere Aufführung am Tag darauf. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. „Wir sind sehr stolz, dass das Ensemble unserer Schule schon so lange funktioniert“, sagte Julia Pütz, die gemeinsam mit Cornelia Meißner die Theatergruppe leitet.

Der Glücksfall: Zahlreiche Schüler sind den „bergsta(d)tisten“, der Theater-Arbeitsgemeinschaft der Jahrgänge sechs bis acht, entwachsen und machen nun im „bretterhaus“ weiter. Hinzu gesellen sich Schüler, die zwischen drei und vier Jahren mit dabei sind, „alte Hasen“. Es sei eine buntgemischte Truppe, die viel Freude am Theaterspielen mitbringe.

Angesichts des Jubiläums im kommenden Jahr werde man sich über die Aufführung des Kästner-Stückes hinaus schon auch „noch etwas einfallen lassen“, kündigte Pütz an. Kästners „Schule der Diktatoren“, nach dessen eigenen Worten ein Stück, das „chronische Aktualität aufweise, hat laut Pütz eine „gute Rollenanzahl“ und wird somit der Zahl der zur Verfügung stehenden Mitwirkenden gerecht.

Im vergangenen Sommer präsentierte das Ensemble im Kulturhaus mit großem Erfolg  den "Sommernachtstraum".

Der Autor selbst hielt sein Stück für Satire, während andere von einer Karikatur der Realität sprachen. Eine perfide Diktatur wird durch eine „Schule der Diktatoren“ am Leben gehalten. Ein gewissenloser Professor lässt Doppelgänger des Diktators ausbilden. Sprache, Gestik, Aussehen müssen stimmen, um den Diktator nach dessen möglichem gewaltsamem Tod unverzüglich ersetzen zu können. Vier Strippenzieher sorgen für Systemerhalt: Der Kriegsminister, der Premier, der Leibarzt und ein Stadtkommandant.

Drohen die Präsidenten-Mimen aus der Reihe zu tanzen, werden sie beseitigt, mit Nachschub aus der Präsidentenfabrik ersetzt. Eine groteske Komödie, die auch Kästners Erfahrungen während des Dritten Reichs widerspiegelt.

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