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Bremecker Hammer: Dringend Ideen zur Rettung gesucht 

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Von: Susanne Kornau

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Sondersitzung des Kulturausschusses AM Bremecker Hammer
Sondersitzung des Kulturausschusses AM Bremecker Hammer. © Susanne Kornau

Es ist ein Drillingsproblem, die Sache mit der Hammer-Sanierung. Angelika Rieck, Ingenieurin bei der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt, erläuterte im Kulturausschuss detailliert, wie viel Geld die Wiederherstellung des Bremecker Hammers mindestens kosten würde.

Denn die drei Millionen Euro, die das ZGW errechnet hat, verteilen sich auf drei Bereiche: 2,25 Millionen Euro würde die Sanierung verschlingen, 250 000 bis 300 000 Euro die Restaurierung der Exponate und Werkzeuge und Hämmer, die auch wieder funktionieren müssen. Den Rest koste ein Konzept, hieß es. Ein Konzept, das so viele Besucher ins Bremecketal brächte, dass sich die aus Sicht der Beteiligten immensen Kosten rechtfertigen ließen. Und diese Summe, das betonte Jessica Struckmeier, Fachdienstleiterin Kultur, Museum, Galerie und Archiv, gelte jetzt: „Je länger wir warten, desto teurer wird es.“ Die Hoffnung, abschnittsweise günstiger zu sanieren, machte Angelika Rieck fachkundig zunichte: „Das kostet am Ende mehr.“

Drei Millionen Euro für Wiederherstellung

Dass eine Sanierung, einmal angepackt, „nicht viel mehr als ein Jahr“ dauern werde, sagte Thomas Plischek, Ingenieur und Statiker bei der Firma Lindschulte in Münster. Die Firma ist von Anfang an – seit 2014 – mit der Sicherung des Hammers betraut gewesen. Dickster Brocken: Der Einbau eines Stahlkäfigs 2015, um die einsturzgefährdete Wand zum Hammerteich zu sichern. Die hätte im Falle eines Falles das Dach mitgerissen – schnelles Ende aller Überlegungen.

Was die Runde direkt zum nächsten Dilemma brachte: Die Pflicht, Denkmäler zu schützen, steht im Widerspruch dazu, dass Investitionen in Kultur eine freiwillige kommunale Aufgabe sind. „Das lässt sich nicht zusammenbringen“, sagte Jessica Struckmeier auf entsprechende Fragen.

Das Museum ist ein Juwel.

Kay Iderhoff

Als Dauererkenntnis zog sich durch die eilens erstellte Chronik 2014 bis 2022 ein Spruch: „Es stehen keine ausreichenden Mittel für die Gesamtsanierung des Bremecker Hammers zur Verfügung.“ Nicht während der Jahre im Haushaltssicherungskonzept, erst recht nicht heute, angesichts der aktuellen Krisen ringsum.

Keine Aussicht auf Fördermittel, aber auch keine Ideen: „Wir haben keine Option“, sagte Jessica Struckmeier beim Blick in die Ratssaal-Runde: „Wir haben gehofft, dass die Politik uns ein Stück weit auf den Weg hilft.“

Tat sie aber nicht: Auch hier Achselzucken. Allein die Vertreter des Fördervereins geben die Hoffnung nicht auf, durch Verlassen ausgetretener Pfade vielleicht doch noch Lüdenscheids besonderes Industriedenkmal zu retten. „Das Museum ist ein Juwel“, sagte Kay Iderhoff. Und er fragte: „Ist überhaupt noch Herz da bei der Stadtverwaltung?“ Das zeigte schließlich Bürgermeister Sebastian Wagemeyer: „Wir treffen hier heute keine Entscheidung“, sagte er und bat daher Verwaltung und Fraktionen dringend um Ideen fürs Denkmal – nach den Herbstferien.

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