Engels-Bräu

Brauhaus-Projekt: Mehls Bier fließt nach China

Die Brauherren Jörg Mehl (r.) und Richard Hubinger mit Wang Jie (l.) und Investor Yang Xi Hong

Lüdenscheid - Es gibt kein vernünftiges Bier in der chinesischen Küstenmetropole Yantai. Aber mit Lüdenscheider Sachverstand, Fantasie und Liebe zu gut gebrautem Bier wird sich das bald ändern. Jörg Mehl (70), Brauherr aus Leidenschaft, hat ein Großprojekt in Yantai angestoßen.

Zusammen mit chinesischen Investoren baut Jörg Mehl, der nach seinem Rückzug aus dem Schillerbad noch in seinem Wuppertaler Brauhaus aktivist, in der 6,5-Millionen-Stadt Yantai einen Biertempel nach deutschem Muster. Die Verträge sind unterzeichnet.

Engels-Verehrung als Basis der Geschäftsbeziehung

Die Basis der Geschäftsbeziehung liegt in der Tatsache, dass der Philosoph, Journalist und kommunistische Revolutionär Friedrich Engels in Wuppertal geboren ist – und von Chinesen verehrt wird. Eine fast vier Meter hohe Statue steht seit Mai als Geschenk der Volksrepublik China im Engelsgarten im Stadtteil Barmen, nahe Engels’ Geburtshaus.

Zusammen mit Geschäftsführer Richard Hubinger und dem Lüdenscheider Unternehmer Reinhold Zimmermann betreibt Mehl die Wuppertaler Brauhaus GmbH. Und pflegt deshalb durch bierselige Besuche chinesischer Delegationen Kontakte ins „Reich der Mitte“.

Als im Sommer die Einladung mit der Bitte kam, für den schwer reichen Elektronikhändler und Bierliebhaber Yang Xi Hong ein geeignetes Grundstück zu suchen und deutsche Braukunst und zünftiges Ambiente nach Yantai zu bringen, machten sich Hubinger und Mehl auf den Weg – ein Flug von 17 Stunden.

Immobilie gegenüber dem Hauptbahnhof wird favorisiert

Jörg Mehl erzählt: „Eine Woche lang haben wir uns mit Yang Xi Hong alle möglichen Objekte und Grundstücke angeschaut.“ Favorisiert ist nun eine große Immobilie direkt gegenüber vom Hauptbahnhof der gigantischen Hafenstadt nahe der südkoreanischen Grenze – 8243 Kilometer Luftlinie entfernt von Mehls Heimat. Das Objekt biete auch Platz für einen „echten“ deutschen Biergarten. Über die Höhe der Investition gibt es noch keine Angaben.

Konzept werde aufgehen

Für den Lüdenscheider Brauherrn aber ist es sicher, dass das Konzept aufgehen und Früchte tragen wird. „Bei uns in Deutschland ist der Bierkonsum in zehn Jahren von 150 auf 107 Liter pro Kopf und Jahr zurückgegangen. In China geht es ungebremst aufwärts.“

Ziel der Investoren und ihrer Berater aus dem fernen Deutschland ist es, ein großes Brauhaus in deutscher Tradition zu betreiben.

Wuppertaler übernehmen Ausbildung

Mehls Wuppertaler Beschäftigte werden in China die gastronomische Ausbildung vornehmen, die Schulung der Brauer soll im Brauhaus Wuppertal erfolgen. In nicht allzu ferner Zukunft werden also chinesische Köche ofenfrische Haxen und Kraut zubereiten und Kellnerinnen in Dirndln dazu volle Bierseidel servieren.

China längt der größte Biermarkt der Welt

Dass es in China, längst zum größten Biermarkt der Welt aufgestiegen, durchaus Bedarf an derlei Genüssen gibt, ist in der Branche unumstritten. Und das haben Jörg Mehl und Richard Hubinger bei ihrem Besuch in Yantai am eigenen Leib erfahren. Hubinger: „Bei der Qualität des chinesischen Bieres gibt es noch viel Luft nach oben.“

Derzeit entsteht in Kooperation das passende Marketing-Konzept für das Projekt. Und einen Namen hat das neue chinesische Bier auch schon: Engels-Bräu.

Von Olaf Moos

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