Fehlerhafte Teilnahmebedingungen

Erstmals Brauereibindung für das Lüdenscheider Stadtfest

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Bier ist beim Lüdenscheider Stadtfest fast ein „Grundnahrungsmittel“. Doch nach dem Willen der Organisatoren im Geschichts- und Heimatverein sollen zigtausende von bierdurstigen Gästen im September einheitlich Krombacher Pils trinken.

Lüdenscheid - Das traditionelle Stadtfest, das am zweiten September-Wochenende zum 41. Mal zigtausende von Gästen anlocken wird, soll erstmalig ein „Krombacher-Stadtfest“ werden. Der Geschichts- und Heimatverein (GHV) als Veranstalter hat einen Exklusiv-Vertrag mit der Kreuztaler Brauerei abgeschlossen. Vereine und heimische Getränkehändler reagieren teils kritisch auf die Änderung.

GHV-Vorsitzende Dr. Arnhild Scholten begründet die enge Kooperation mit Krombacher mit finanziellen Aspekten. „Wir haben mit dem Stadtfest in der Vergangenheit Defizite eingefahren und mussten handeln.“ Dem Vorstand sei es wichtig gewesen, die Standgelder für die Vereine nicht zu erhöhen.

Nun würden den Betreibern der Bierwagen mietfrei angeliefert, angeschlossen und nach dem Stadtfest wieder abtransportiert. Dr. Scholten: „Mitarbeiter der Krombacher Brauerei sorgen für Nachschub und leisten auch technischen Notdienst.“

In den Teilnahmebedingungen, die der GHV-Stadtfestbeauftragte Dierk Gelhausen am Wochenende an die Vereine geschickt hat, heißt es unter anderem, dass ein zentral über die Brauerei beauftragter Bierversand nach dem Stadtfest mit den Betreibern abrechne. Dieses Geschäft macht der Werdohler Getränkeverleger Andreas Schulte, dessen Unternehmen wiederum eine Tochtergesellschaft der Krombacher-Gruppe ist – und der den Lüdenscheider Getränkeverlag Linnepe von der Hohen Steinert im Herbst 2014 geschluckt hat.

Der Altenaer Getränkespezialist Malzahn zum Beispiel war zum Stadtfest in den zurückliegenden Jahren bei sechs Vereinen unter Vertrag. Fritz Malzahn vermutet: „Da ist was gemauschelt worden.“ Ute Schnettler vom Getränkeverlag Kintzius, der bislang zwei Vereine versorgt hat, sieht’s weniger dramatisch. „Es war ja immer sehr aufwändig und vom Wetter her eher riskant.“ Und Jörg Abel vom „Knapp“ spricht von einem „spürbaren Einschnitt“.

Abel bediente unter anderem den Verein Polonia Lüdenscheid. Die polnischstämmigen Sportler boten ihren Gästen stets polnisches Tyskie-Pils an und erfreuten sich wachsenden Zuspruchs. Polonia-Präsident Dominik Zborowski bezeichnet die Brauereibindung auf dem Stadtfest als „Frechheit! Die können uns doch nicht einfach festlegen.“ Sollte die Tyskie-Tradition fallen, „dann werden wir am Stadtfest nicht mehr teilnehmen“, sagt Zborowski.

Zu allem Überfluss hat Dierk Gelhausen auch noch fehlerhafte Teilnahmebedingungen an alle Vereine verschickt. Darin ist nämlich von stabilen Standgebühren keine Rede, sondern von einer Erhöhung von 475 auf 525 Euro pro Bierwagen. Gelhausen: „Da ist leider ein Fehler passiert. Es bleibt bei 475 Euro.“

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