Eine Frau steht wegen versuchten Mordes vor Gericht

Brandstiftung: Von Kerzen in völlig zerstörter Wohnung keine Spur

+
Nach einem Wohnhausbrand an der Düppelstraße muss sich eine Lüdenscheiderin wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes in zwei Fällen vor dem Schwurgericht verantworten.

Lüdenscheid – Ob tatsächlich Kerzen die Ursache für das Feuer waren, bleibt ungewiss. Am dritten Prozesstag im Verfahren gegen eine 37-jährige Lüdenscheiderin, die sich nach einem Wohnhausbrand an der Düppelstraße wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes in zwei Fällen vor dem Schwurgericht verantworten muss, kamen am Montag unter anderem Feuerwehrleute und der Brandsachverständige zu Wort.

Der Gutachter, der im Auftrag der Kripo das verwüstete Dachgeschoss des Mietshauses untersucht hat, spricht von einer komplett ausgebrannten Küche und hat auch mehrere Brandherde ausfindig gemacht. 

Doch die Aussage der Angeklagten, nach der sie mehrere Kerzen in der Wohnung angezündet und dann das Haus verlassen haben will, lassen sich laut Gutachten nicht sicher nachweisen. Durch die große Hitzeentwicklung sei von Kerzen nichts übrig geblieben, heißt es. 

Psychiater geht von verminderter Schuldfähigkeit aus

Für Strafverteidiger Frank Peter Rüggeberg steht nach wie vor die Frage der Schuldfähigkeit seiner Mandantin zum Zeitpunkt der Tat im Fokus. Der Hagener Psychiater Dr. Nikolaus Grünherz hat die Lüdenscheiderin untersucht und geht nach deren Angaben derzeit von einer verminderten Schuldfähigkeit der Frau aus. 

Das würde den Weg für eine mildere Bestrafung ebnen. Eine Oberärztin der Klinik, in der die 37-Jährige untergebracht ist, bezeichnet die Frau als „fröhlich und nett“ und therapiewillig – „eine Vorzeigepatientin“.

Fortsetzung 

Der Schwurgerichtsprozess wird morgen um 9.30 Uhr im Saal 201 des Hagener Landgerichts mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

Lesen Sie hier mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare