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Brandstifterin immer in der Nähe: Junge Frau sprach am Tatort mit Feuerwehrleuten

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Von: Jan Schmitz

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Brandstiftung an der Schumannstraße.
Brandstiftung an der Schumannstraße. © Klümper

Der Feuerteufel von Lüdenscheid ist eine Feuerteufelin. Die Polizei hat am Dienstagmorgen eine 19-Jährige als dringend tatverdächtig in Gewahrsam genommen. Sie soll für die Brandserie vom Wochenende verantwortlich sein. In mindestens einem Fall sprach sie am Brandort sogar mit den Feuerwehrleuten.

Die Polizei ist sich sicher, dass sie die Richtige hat. Die junge Frau wurde am frühen Dienstagmorgen nur 500 Meter entfernt von einem Container-Brand in der Straße Im Olpendahl von Polizeibeamten entdeckt. Sie leugnete zwar jeden Bezug zu dem aktuellen Feuer, war von den Ermittlern aber auch in den vorherigen Nächten in der Nähe der anderen Tatorte gesehen und teilweise sogar kontrolliert worden. Das erhärtete den dringenden Tatverdacht und die Frau wurde noch in der Nacht mit zur Wache genommen.

Die 19-Jährige ist in Bochum gemeldet, hat nach Polizeiangaben aber einen familiären Bezug nach Lüdenscheid und war in den drei zurückliegenden Nächten mit einem Auto mit MK-Kennzeichen unterwegs, um die Brände zu legen. Automarke und Fahrzeugtyp wollte die Polizei auf Anfrage nicht mitteilen.

In die Brandserie ordnen die Ermittler inzwischen 15 Taten ein. Am Wochenende gab es eine Reihe von Sachbeschädigungen und Brandstiftungen. In zwölf Fällen wurden Papier- oder Altkleidercontainer in Brand gesetzt. In zwei Fällen wurde zudem versucht, einen Pkw beziehungsweise einen Kleinkraftwagen (Fahrzeug mit Höchstgeschwindigkeit 45 km/h mit Versicherungskennzeichen) in Brand zu setzen.

Bei den Nahbereichsfahndungen fiel der Polizei immer wieder eine 19-jährige Autofahrerin auf, die sich entweder im Umfeld der Brände oder direkt an der Brandstelle aufhielt. „In einem Fall hat sie mit den Feuerwehrleuten am Brandort gesprochen“, berichtet Polizeisprecher Christof Hüls. Die Bochumerin erklärte ihren Aufenthalt in Lüdenscheid und in unmittelbarer Nähe der Brandorte damit, dass sie „gerne herumfahre“. In einem Fall lieferte ein Zeuge sogar eine Beschreibung, die zu der 19-jährigen Bochumerin passte.

Bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die junge Frau von der Polizei kontrolliert, auch beim Brand an der Schumannstraße am Sonntagabend wurde sie von Beamten in der Nähe angetroffen. Die Polizei hatte sie daher bereits im Visier, eine Beschattung oder ähnliches gab es allerdings nicht. Und so schritt die mutmaßliche Brandstifterin am frühen Dienstagmorgen erneut zur Tat.

Im Olpendahl meldeten Zeugen gegen 0.20 Uhr erneut einen brennenden Papiercontainer. Zwei benachbarte Container hatten ebenfalls bereits Feuer gefangen. Polizeibeamte versuchten, die Flammen mit Feuerlöschern zu ersticken. Doch erst die Feuerwehr konnte den Brand erfolgreich bekämpfen. Nur Minuten nach dem Brand traf die Polizeistreife erneut die Frau aus Bochum und beendete die Tatserie. Bei ihr wurde ein Feuerzeug gefunden.

Die Polizei nahm die 19-Jährige zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam. Im Laufe des Dienstags entscheidet ein Amtsrichter über eine Einweisung nach PsychKG. Die Polizei bittet weitere Zeugen, sich zu melden unter Telefon 02351/9099-0.

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