Brand schockt krebskranke 42-Jährige

Sandra nach dramatischem Umzug erneut tief getroffen

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Jacques Loockx und Dimitrios Pavlidis stehen Sandra in dieser schweren Zeit zur Seite: Eigentlich müsste die schwerkranke Frau Ruhe haben, doch das Schicksal beutelt sie.

Lüdenscheid - So viel Pech kann ein Mensch alleine doch eigentlich gar nicht haben: Nach dem Brand an der Elsa-Brändström-Straße am Freitag ist die Wohnung von Sandra W, unbewohnbar. Dabei wohnte die krebskranke 42-Jährige dort noch nicht einmal drei Wochen – nach einem geradezu dramatischen Umzug.

Von Christina Grégoire

Erst vor wenigen Tagen berichteten die Lüdenscheider Nachrichten über das Schicksal von Sandra W. Die 42-Jährige lebte in einer mängelbehafteten Wohnung, wo sie unter anderem tagelang ohne Wasser auskommen musste.

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Gerade nachdem sie die Wohnung gekündigt hatte, bekam sie die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Nachdem sie am Umzugstag auch noch vom Umzugsunternehmer sitzen gelassen wurde, traten dank der Facebook-Gruppe „Lüdenscheider helfen Lüdenscheidern“ engagierte Menschen in ihr Leben, die sie tatkräftig unterstützten.

Auf dem Dachboden neben der Dachwohnung von Sandra W. wütete der Brand.

Eigentlich sollte Sandra nun nach ihrem Umzug Ruhe finden. Doch das war ihr nicht gegönnt, denn seit Freitag steht Sandra wieder im Mittelpunkt des Geschehens.

Als Sandra am Freitagmittag nach einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt völlig erschöpft nach Hause kam, legte sie sich erst einmal für ein Mittagsschläfchen auf ihre Couch. Sie freute sich, ihre drei Katzen wiederzusehen, die während ihrer Krankenhausaufenthalte von einem Freund in ihrer Dachgeschosswohnung versorgt werden. Kuscheln war angesagt.

Bereits am Samstag waren Gerüstbauer im Einsatz, um das Haus einzurüsten.

Aufgeschreckt wurde sie dann aber vom Klingeln des Telefons. Ein Freund, der zu Besuch kommen wollte, sah von weitem schon dicke schwarze Rauchwolken aus dem Dach des Hauses an der Elsa-Brändström Straße aufsteigen. Vor dem Haus versuchten Nachbarn bereits die Hausbewohner zu benachrichtigen. Doch die Klingeln funktionierten nicht.

Aufgeschreckt durch das Telefonat und die Sirenen der anrückenden Feuerwehr verließ Sandra sofort ihre Wohnung. Wegen der Minustemperaturen und ihres gesundheitlichen Zustandes wurde sie im Rettungswagen versorgt, während die anderen Bewohner während der Löscharbeiten in einem MVG-Bus untergebracht wurden.

Großer Feuerwehreinsatz an der Elsa-Brändström-Straße

Kurzfristig durfte Sandra nach den Löscharbeiten ihre Wohnung im vierten Obergeschoss wieder betreten, allerdings nur, um die Katzen und ihre Medikamente zu holen. Was sie da sah, war ein Bild des Grauens: Ihre vor wenigen Tagen frisch bezogene Wohnung ist unbewohnbar - alles ist völlig durchnässt.

Der Dachstuhl ist nach dem Feuer völlig zerstört

In ihrer Not rief Sandra einen ihrer Umzugshelfer an: Jacques Loockx, Initiator der Facebook-Gruppe „Lüdenscheider helfen Lüdenscheidern“, durch die Sandra schon so viel Hilfe erfahren hat.

Jacques verließ sofort seine Arbeitsstelle, um Sandra mit ihren Katzen und ihrer „Notfalltasche“ zu einem Freund zu fahren. Hier kann sie erst einmal unterkommen, eine Dauerlösung ist das aber keinesfalls, denn hier leben nun drei Personen plus Sandras drei Katzen auf 50 Quadratmetern.

Und als Sandra einen Tag später ihre Wohnung betritt, um sich wenigstens etwas Wäsche zu holen, ist sie erneut geschockt. Die Wände sind pitschnass, die Tapete löst sich in der kompletten Wohnung von der Wand.

Dicke Rauchwolken sah Dimitrios Pavlidis, als er zur Elsa-Brändström Straße kam. Sein Anruf weckte Sandra. Unmittelbar im Raum daneben brannte es da schon lichterloh.

Ihre Möbel, insbesondere ihre Couch und ihr Bett, sind völlig durchnässt. Von der Decke tropft es. Sandra stellt Eimer auf, will retten, was nicht mehr zu retten ist.

Wie es nun weitergehen soll, weiß die krebskranke 42-Jährige nicht. Denn eine Versicherung hat sie nicht abgeschlossen. „Wenn man Hartz IV bezieht, überlegt man sich, ob man sich etwas zu Essen kauft oder eine Versicherung abschließt“, sagt sie.

Eines lässt Sandra darüber hinaus keine Ruhe: „Als ich mittags aus der Klinik nach Hause kam, war die Tür zum Dachboden wie immer weit geöffnet. Als ich dann zwei Stunden später die Wohnung verlassen habe, war die Tür fest verschlossen und dahinter knisterte der Brand.“

Am Samstag wurde bereits für die Sanierungsarbeiten ein Gerüst aufgestellt, die Anwohner haben in den nächsten Tagen also wieder unter Baulärm zu leiden, dabei war die Dachsanierung gerade erst abgeschlossen.

Video: Feuerwehreinsatz an der Elsa-Brändström-Straße

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