Präsenz der Polizei ausgeweitet

Nach dem Brand in der Notunterkunft: Kripo ermittelt

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Im Zentrallager der Notunterkunft am Dickenberg hat es in der Nacht zu Dienstag gebrannt. 

[Update, 15.15 Uhr] Lüdenscheid -In einem Lagerraum für Hygieneartikel in der Flüchtlingsunterkunft der Hermann-Gmeiner-Schule ist am Dienstag gegen 0.10 Uhr ein Brand ausgebrochen. Fünf Bewohner mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Sie sind inzwischen aber wieder entlassen. Die Kriminalpolizei schließt Brandstiftung nicht aus. Die Ermittlungen laufen.

„Wir müssen die kriminaltechnische Begutachtung vor Ort abwarten“, sagte Beigeordneter Thomas Ruschin. Brandsachverständige werden den Tatort in den kommenden Tagen begutachten. Ein Ergebnis wird frühestens in der kommenden Woche erwartet.

Der Wachdienst hatte die Rauchentwicklung aus dem Raum im Souterrain der Unterkunft bemerkt und, nachdem er eine angrenzende Brandschutztür geschlossen hatte, gleich die Feuerwehr alarmiert. Das Gebäude wurde evakuiert.

Rauch im gesamten Souterrain-Bereich

Eine Papp-Kiste mit Inhalt brannte in dem Lagerraum. Der Rauch dehnte sich in dem gesamten Souterrain-Bereich aus. Die Betten für die Flüchtlingen liegen aber in einem anderen Trakt des Gebäudes. Die Feuerwehr war zwei Stunden im Einsatz. Sie löschte den Brand, lüftete durch und räumte das beschädigte Lagermaterial nach draußen.

Stadtalarm ausgelöst

Nach der Alarmierung wurde Stadtalarm ausgelöst, das heißt: Alle Löschzüge und Rettungskräfte rückten zur Schulstraße aus. „Das ist die höchstmögliche Alarmstufe“, erklärte Thomas Ruschin, der auch selbst vor Ort war. Die Sicherheitsstufe für die Flüchtlingsunterkunft, in der 150 Menschen untergebracht sind, sei hoch. „Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um solche Situationen zu vermeiden, aber hundertprozentige Sicherheit ist nicht möglich. Schwachstellen gibt es, aber wir gehen ihnen selbstverständlich nach und versuchen, auftauchende Lücken zu schließen.“

Videoüberwachung innen und auch

So sei bereits im Vorfeld im Einvernehmen mit den Bewohnern eine Videoüberwachung innen und auch außen installiert worden. Die Aufzeichnungen werden derzeit von der Kriminalpolizei ausgewertet. Die Mitarbeiter des Wachschutzes liefen auch im Außengelände rund um die Schule Streife. Die Präsenz der Polizei sei ausgeweitet worden.

Stadt nehme Sorgen der Anwohner ernst

Auf der Informationsveranstaltung vergangenen Mittwoch hatten Anwohner ihren Unmut über Ruhestörungen und Lärmbelästigungen geäußert. Auch mit dem jüngsten Einsatz von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei haben die Anwohner wieder eine unruhige Nacht erlebt. „Uns ist bewusst, dass die Anwohner besondere Schwierigkeiten und Belastungen zu schultern haben“, betonte Thomas Ruschin. Man werde ihre Sorgen und Anregungen weiterhin in den monatlichen Informationsveranstaltungen ernstnehmen und ihnen nachgehen.

Gerüchte und Spekulationen, die gegenüber den LN geäußert wurden, wonach auch die Grundschule Schöneck an der Parkstraße zur Notunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werde, räumte Ruschin aus dem Weg: „Da ist nichts dran. Wenn dort Handwerker gesichtet worden sind, dann hat das damit zu tun, dass dort wie vorgesehen Plätze für die U 3-Betreuung von Kindern entstehen.“

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