Brandsachverständiger begutachtet Mietshaus

Nach Feuer in Mehrfamilienhaus im MK - Verdacht auf Brandstiftung

Lüdenscheid - Die Suche nach der Brandursache läuft: Nach dem Feuer in einem Wohnhaus an der Düppelstraße in der Nacht zu Sonntag geht die Polizei aktuell nicht von einem technischen Defekt aus. Offenbar sprechen Indizien eher für eine fahrlässige oder sogar vorsätzliche Brandstiftung.

Heute hat ein Brandsachverständiger im Auftrag der Ermittler damit begonnen, den Ort des Geschehens zu begutachten. Der Brandort ist polizeilich beschlagnahmt, die Haustür gegen unbefugten Zutritt versiegelt. 

Während ein Teil der Hausbewohner, die nach der Evakuierung nicht mehr zurück in ihre Wohnungen durften, sich umgehend provisorische Bleiben gesucht haben, hat das Rechts- und Ordnungsamt der Stadt drei Mieter für jeweils eine Nacht im Mercure-Hotel an der Parkstraße untergebracht. 

Es handelt sich nach Auskunft von Stadtsprecherin Marit Schulte um zwei ältere Damen sowie einen Mann, der nach seiner Nachtschicht ebenfalls nicht mehr ins Haus gelassen werden konnte. 

Wann das Gebäude am Ende der Düppelstraße wieder bewohnbar ist, steht noch nicht fest.

Das berichteten wir am Sonntag:

Nach dem Brand in einer Dachgeschosswohnung in der Düppelstraße in der Nacht zu Sonntag ist das ganze Haus unbewohnbar. Gegen Mitternacht wurde die Feuerwehr alarmiert, weil ein Anwohner starke Rauchentwicklung beobachtete.

Bei Eintreffen der Feuerwehr loderten Flammen aus Fenstern an der Giebelseite des Fünffamilienhauses. Entgegen erster Befürchtungen wurde niemand bei dem Brand verletzt. Zwei ältere Personen aus den Erdgeschosswohnungen mussten von der Feuerwehr herausgeführt werden. Dass kein Bewohner zu Schaden kam, lag wohl auch schlicht daran, dass in den oberen Etagen niemand zuhause war. Allerdings war zunächst auch das Nachbarhaus betroffen, da Brandrauch über den Spitzboden herübergezogen war. Hier genügte es, ausgiebig zu lüften, alle Bewohner konnten wieder zurückkehren.

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Brand in Mehrfamilienhaus in Düppelstraße

Für die im Dachgeschoss liegende Zweizimmerwohnung im Haus Nr. 13 gilt das nicht. Diese ist komplett ausgebrannt, die Fenster samt Rahmen zerborsten. Inwieweit die Wohnungen darunter betroffen sind, ließ sich in der Nacht noch nicht abschätzen. Da elektrische Leitungen beschädigt wurden, musste ein Techniker der Stadtwerke Lüdenscheid die Stromversorgung des Mehrfamilienhauses kappen. Damit war das Schicksal besiegelt: Vorläufig wohnt hier niemand mehr.

Auch das Thema Löschwasser wird einen erheblichen Einfluss haben. Einsatzleiter Stefan Mösch: "Wir haben das Haus nicht komplett fluten müssen", erklärt er moderne, wassersparende Löschmethoden. Mit der aktuellen Technik können Brände viel effektiver und doch mit weniger Wassereeinsatz bekämpft werden. Dennoch sind Gebäudeschäden unvermeidbar. In der Wohnung selbst ist nach erstem Anschein vor allem die Einrichtung betroffen. Der Dachstuhl selbst ist nach erster Einschätzung unversehrt geblieben. Einfacher wird die Arbeit der Feuerwehrleute dadurch aber nicht unbedingt, weil man so schwieriger an die Glutnester herankommt. Die Einsatzkräfte stellten sich daher auch darauf ein, bis tief in die Nacht bleiben zu müssen. So wurden auch immer wieder Atemschutzgeräteträger nachalarmiert, um die erschöpften Kräfte ablösen zu können.

Mit der Drehleiter kamen die Feuerwehrkräfte dem Brandherd näher.

Herausforderung und Ärgernis zugleich waren in der Düppelstraße erneut die Verkehrswege. Nicht nur, dass die Straße in der Sackgasse für die Feuerwehrfahrzeuge ziemlich eng war - es wurde dreist auf dem Wendehammer geparkt. Ein deutlich sichtbares Halteverbotsschild wurde von mehreren Autofahrern schlicht ignoriert. Es gelang zwar dennoch, eine Drehleiter zu positionieren, aber die zweite, die in der Nähe in Bereitstellung wartete, hätte keinen Platz mehr gefunden.

Stadtalarm wurde nicht ausgerufen, obgleich praktisch alle Lüdenscheider Löschzüge an dem Großeinsatz beteiligt waren. So wurden von den jeweiligen Einheiten teilweise nur bestimmte Fahrzeuge angefordert. Die Kameraden ließen es sich aber nicht nehmen, in größerer Mannstärke als gefordert, die Fahrt anzutreten. Sehr zur Freude aller Beteiligten, handelt es sich doch hier um einen Beweis für die Solidarität und Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehren. Insgesamt waren etwa 70 Kräfte vor Ort, neben dem Regelrettungsdienst auf das DRK, die Polizei und mehrere Techniker der Stadtwerke.

Nun hoffen die Bewohner, dass das Haus kurzfristig wieder in einen nutzbaren Zustand versetzt werden kann. Zwischenzeitlich wurden ihnen vom Ordnungsamt Ersatzunterkünfte bereitgestellt. Unklar bleibt indes die Brandursache. Es gibt inoffizielle Hinweise, Feuerwehr und Polizei gehen zumindest nicht von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

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