Blutrausch auf der Waldbühne im Stadtpark

Das N.N. Theater aus Köln gab am Abend „Macbeth“ auf der Waldbühne. Eine weitere Vorstellung folt am Samstag um 19.30 Uhr.

LÜDENSCHEID - „Betrinken Sie sich heute Abend für einen guten Zweck!“ Professor Dr. Gerfried Giebel (Verein Waldbühne) war die Freude am Abend sichtlich anzumerken, mit der er die frisch hergerichtete Waldbühne freigab für das Ensemble des N.N. Theaters aus Köln.

Schon am Nachmittag zeichnete sich ab, dass die abendliche Premiere mit der entstaubten Version von Shakespeares Klassiker „Macbeth“ als Freilufttheater gelingen würde. An die 450 Gäste mochten es gewesen sein, die in dem weiten Zuschauerrund der alten Geschichte um Macht und Morde, um Blutrausch, Wahnsinn und aus seligen Schulzeiten bekannte Verse des alten Meisters verfolgten. Doch wer nun glaubt, die Wiedereröffnung der Waldbühne wäre mit einem gähnend langen Drama um den Aufstieg, den Wandel zum Tyrannen und dem unweigerlichen Fall eröffnet worden – der irrt.

Das Ensemble aus der Domstadt polierte das Drama ordentlich auf und verlegte die Handlung in das Chicago der Prohibition. Einzig die Namensgebung und der Grundgedanke sind dem Stück geblieben. Der Rest wurde mit jeder Menge Slapstick, Musik und komödiantischen Elementen derart aufgepeppt, dass dem Zuschauer das Lachen noch in den Augen stand, während Macbeth bereits die Familie seines vermeintlichen „Zuvielwissers“ im Taufbecken ertränkte. Oft war‘s die Einfachheit der Dinge, die die Komik ausmachte.

Wer diese brillante Anhäufung kleiner feiner Späße nicht gesehen hat, sollte das heute Abend nachholen. Denn das N.N. Theater tritt mit dem Stück noch einmal auf – und Karten gibt es noch an der Theaterkasse. - rudi

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