Gefrorene Böden zu Frühlingsanfang

„Dramatische Einbußen“ bei Blumen-Markthändlern

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Stiefmütterchen und Primeln dürfen zu dieser Jahreszeit eigentlich in keinem Garten fehlen. Doch der anhaltende Frost macht das Pflanzen derzeit unmöglich. Und das bekommen auch Markthändlerin Andrea Hohlfeld und Mutter Regina zu spüren.

Lüdenscheid - „Das ist eine Katastrophe. So etwas habe ich in 35 Jahren noch nicht erlebt.“ Die Blumenhändler auf dem Lüdenscheider Wochenmarkt durchleben derzeit schwierige Wochen, haben mit dramatischen Umsatzeinbußen zu kämpfen.

Denn: Während sonst zu dieser Jahreszeit Gärten und Friedhöfe bereits in voller Blüte stehen, ist aufgrund des anhaltenden Frosts ans Pflanzen nicht zu denken. Und das bekommen auch die Wochenmarkthändler zu spüren. Wo sonst Primeln, Stiefmütterchen & Co. in großen Mengen nachgefragt werden, sind die Kunden in diesem Jahr überaus zurückhaltend. Zum einen, weil der gefrorene Boden ein Einpflanzen gar nicht zulässt, zum anderen, weil die Käufer Angst haben, dass die Pflanzen „verfroren“ sind, weiß Händler Gerd Stein. „Dabei geben wir uns die größte Mühe, die Pflanzen zu schützen, sei es mit Hilfe von Zelten oder Gasflaschen.“ Und bei Minusgraden würden die Pflanzen erst gar nicht aus dem Lastwagen geholt, sondern direkt aus dem Wagen heraus verkauft. „In diesem Fall haben wir die Erlaubnis, die Autos an unserem Stand stehen zu lassen, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen“, erklärt Andrea Hohlfeld. Empfindliche Topfpflanzen wie Hortensien oder Fleißige Lieschen sucht man an den Marktständen in diesen Wochen daher auch vergeblich: „Die sind viel zu empfindlich, die bringen wir gar nicht erst mit auf den Markt“, so Hohlfeld.

Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen läuft der Verkauf schlecht, verzeichnen Händler und Gärtnereien dramatische Umsatzeinbußen. „Das geht in die Tausende“, wissen Andrea Hohlfeld und Gerd Stein. Zwar habe es in den vergangenen Jahren immer mal Wochen mit Schnee und Kälte gegeben, doch nie in dieser Dauer wie in diesem Jahr. „Das sind jetzt schon vier Monate – normalerweise ist bis Ostern das erste große Geschäft schon gelaufen.“ Allein auf den traditionellen Osterstrauch möchten die wenigsten verzichten.

Doch die Händler haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass bald doch noch der Frühling einkehrt und es die Menschen in die Gärten zieht. „Wir stehen in den Startlöchern.“ - kes

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