Wettlauf um Adventsschmuck

Christa Briesemeister aus Schalksmühle hat sich für den Totensonntag ein Grabgesteck ausgesucht.

LÜDENSCHEID ▪ Die Einkaufsbilanz von Michaela Schönberg kann sich sehen lassen: 16 Wachskerzen, acht Weihnachtssterne, ein ungeschmückter Kranz, ein Windlicht und weiteres Dekorationsmaterial befinden sich in ihrem gut gefüllten Einkaufswagen. Es ist Samstagnachmittag im Gartencenter Kremer und der Wettlauf um den besten Adventsschmuck hat begonnen.

Alles, was sich auch nur irgendwie mit dem Fest des Friedens in Verbindung bringen lässt, läuft über den Scanner der Registrierkassen: Kugeln, Elchfiguren, Porzellan-engel und vieles mehr. Matthias Kiel hat gleich einen ganzen Weihnachtsbaum in den Metallkorb gepackt: „Ist für das Großraumbüro“, sagt er. Von den allgegenwärtigen Weihnachtssternen werden in der nun beginnenden Adventszeit rund 700 Stück pro Tag verkauft, so Betriebsleiterin Christine Behnke.

Obwohl die Weihnachtsartikel inzwischen den größten Teil der Verkaufsfläche an der Altenaer Straße ausmachen, kaufen einige Kurzentschlossene auch noch Grabgestecke für den unmittelbar bevorstehenden Totensonntag ein. Auf dem Wochenmarkt erzählen Rudi und Kirsten Henke, dass sie den Blumenschmuck erst am Tag des Gedenkens auf die Ruhestätte legen, ansonsten werde er gestohlen. Der späte Kauf hat anscheinend auch etwas Gutes. Doch das Gros der Kunden ist nun auf Weihnachten getrimmt. Im Gartencenter Kremer fiel der Startschuss für den Abverkauf der Weihnachtsware bereits am 3. Oktober. „Für manche kann es ja nicht früh genug losgehen“, so Behnke. Immer wieder klingelt ihr Telefon. Die Zentrale meldet sich. „Ein Wahnsinn, was hier durchläuft“, gibt die Betriebsleiterin durch.

Ein wenig beschaulicher geht es auf dem Wochenmarkt zu; was an der Konkurrenz liegen mag, aber auch am Preis. Christian Hartmann, dessen Familie schon „ewig“ auf dem Lüdenscheider Wochenmarkt dabei ist, gibt einem Stammkunden bereitwillig darüber Auskunft, was die handgefertigten Adventskränze kosten sollen: Vergeblich. „In diesem Jahr wohl nicht“, raunt Hartmann. Christa Briesemeister zaudert hingegen nicht. Die Schalksmühlerin geht mit einem großen Grabgesteck nach Hause.

Überall auf der „Blumenmeile“ sind die Zutaten für einen anständigen Adventskranz zu finden: Neben der Edeltanne, der so genannten Nobilis, ist dies vor allem die Seidenkiefer. „Sie spielt in der nun beginnenden Zeit eine große Rolle“, so Blumenhändler Eugen Oldewurtel. Auch die Zweige der Ilex-Beere würden sehr gerne genommen. Bettina Grenz und Monika Heubusch von der Gärtnerei Kissing sind mit dem Geschäft bislang zufrieden. Sie produzieren in der Saison rund 200 Adventskränze und passen sie auch individuell an die Wünsche des Kunden an.

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