Blumen-Stube: Ohne Ladenlokal geht’s weiter

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Bleiben künftig ohne Ladenlokal im Geschäft: Gärtnermeister Dieter Schnell, seine Frau Katharina und Andrea Seuster, die ihre Freunde gelegentlich unterstützt (von rechts).

Lüdenscheid  - Wenn Dieter Schnell (61) die Tür seiner Blumen-Stube an der Knapper Straße 85 zum Jahresende endgültig abschließt, schließt der Gärtnermeister damit nicht mit seinem Beruf ab. Im Gegenteil: Der Verzicht auf ein Ladenlokal eröffne völlig neue Möglichkeiten, glaubt der Lüdenscheider.

Künftig wird er seine Arbeit anders organisieren, hat sich bereits zuhause eine Blumenwerkstatt und ein Büro eingerichtet, will sich nun flexibel auf die Kundenwünsche einstellen. „Wir konzentrieren uns auf die Dienstleistung“, sagt er, der immer schon einen Schwerpunkt als Friedhofsgärtner gesetzt hat. Floristik für bestimmte Anlässe – traurig oder freudig –, von Blumenkästen bis Außenarbeiten, all das will er weiter anbieten, bleibt telefonisch für seine Kunden unter der Lüdenscheider Rufnummer 2 31 50 erreichbar. Gutscheine, so heißt es, blieben gültig, seien aber am bequemsten jetzt noch einzulösen.

Die Entscheidung ist ihm und seiner Frau nicht leicht gefallen. Nach 20 Jahren am Standort Sterngasse zog die Blumen-Stube erst in die Piepenstock-Räume am Bahnhof, dann, vor drei Jahren, zum Knapp. Es sei nicht einfacher geworden in der Branche, sagen sie. So haben sie nüchtern aufgelistet, was dafür und was dagegen sprach, den Laden zu halten.

Ein paar Jahre will Schnell die Familientradition noch weiterführen. Vor mehr als 90 Jahren hatte sein Großvater Max im ostpreußischen Königsberg mit einer Gärtnerei und einem Blumengeschäft angefangen. Die Söhne verschlug der Krieg ins Lazarett nach Hellersen; nach der Genesung machte sich sein Vater Eugen an der Parkstraße selbstständig. Für Dieter Schnell war der Weg vorgezeichnet; er legte vor 39 Jahren die Gärtnermeisterprüfung ab. Über kurz oder lang endet die Tradition ohnehin: Sein Sohn studiert Jura.

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