Die erste Popularkirchenmusikerin

Blues und Bossanova in der Kirche

Organistin und zwei Personen in einer Kirche
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Nicole Trester ist die erste Popularkirchenmusikerin im Kirchenkreis. Finanzkirchmeisterin Iris Espelöer und Fördervereinsvorsitzender Klaus Rüping freuen sich über dieses neue Musikangebot der Versöhnungskirchengemeinde und hoffen, dass es bald richtig zum Tragen kommen kann.

Eine, die besonders ein Ende der Corona-Einschränkungen herbeisehnt, ist die Lüdenscheiderin Nicole Trester. Sie gehört zu den ersten acht Absolventen der evangelischen Pop-Akademie in Witten, die in diesem Jahr ihren Abschluss gemacht haben. Seit November ist sie als erste Popularkirchenmusikerin im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg und eine der ersten in der Westfälischen Landeskirche in der Lüdenscheider Versöhnungskirchengemeinde angestellt.

Lüdenscheid - Allerdings haben die Corona-Einschränkungen dazu geführt, dass sie bislang noch nicht so loslegen konnte, wie sie es gerne getan hätte. Nicole Trester brennt förmlich darauf, endlich nicht nur für die Gemeinde – online oder in Präsenzgottesdiensten ohne gemeinsamen Gesang - sondern auch mit ihr zu singen. Sie hat „viele Ideen in einer Blase“, wie sie es selbst beschreibt und fast alles hängt davon ab, wieder mit anderen gemeinsam musizieren zu können.

Sie kann sich zum Beispiel vorstellen, einen neuen Chor in der Gemeinde aufzubauen, oder mit den Kindern im Kindergarten Musik zu machen, einen Kinderchor zu gründen oder auch ein Krippenspiel oder Weihnachtsmusical für das nächste Jahr zu erarbeiten. Ein offenes Singen soll es auf jeden Fall auch geben, sobald das möglich ist.

Nicole Trester ist keine Unbekannte in der Lüdenscheider Gemeinde

Nicole Trester ist keine Unbekannte in der Gemeinde. Sie ist selbst dort aufgewachsen und hatte bereits eine C-Stelle mit neun Stunden als nebenberufliche Kirchenmusikerin und somit bereits Gottesdienste gestaltet, mit Bands gearbeitet oder mit Jugendgruppen Musik gemacht. Mit ihrem Studium hat sie nun die Qualifikation als B-Kirchenmusikerin.

Ihre neu geschaffene Stelle als Pop-Kantorin hat einen Umfang von 50 Prozent und ist zunächst befristet auf zwei Jahre. Das ist der Zeitrahmen, in dem sie parallel zur ersten Anstellung ihr viersemestriges Master-Studium abschließen will. Finanziert wird diese Stelle je zur Hälfte aus den Haushalt der Gemeinde und vom Förderverein „Miteinander“.

Für Finanzkirchmeisterin Iris Espelöer und Klaus Rüping als Vorsitzender des Fördervereins steht es außer Frage, dass die Versöhnungskirchengemeinde mit ihrem kirchenmusikalischen Schwerpunkt dafür prädestiniert ist, auch die populare Richtung miteinzubeziehen. „Wir wollen uns breiter aufstellen“, sagt Iris Espelöer. Sie hofft darauf, mit der popularen Kirchenmusik ein Angebot zu machen, das gerade auch die Jugend anspricht.

Mit der neuen Aufgabe als B-Popularkirchenmusikerin ist nicht nur der Stellenumfang von Nicole Trester, sondern auch die Verantwortung gewachsen. „Wir wollten Nikki halten“, sagt Iris Espelöer. Aber letztlich wurde Stelle ganz normal ausgeschrieben, Nicole Trester hat sich beworben und nach einem Bewerbungsverfahren den Zuschlag bekommen.

Vorfreude auf Crossover-Projekte mit Kantor Dmitri Grigoriev

Dass sie schon vorher in der Gemeinde tätig war, erleichtert ihr den Start – gerade angesichts der Einschränkungen, die es schwierig machen, neue Kontakte zu knüpfen. Künftig möchte sie auch Konzerte geben. Sie freut sich schon auf Crossover-Projekte gemeinsam mit Kantor Dmitri Grigoriev. Nicole Trester sieht die populare Kirchenmusik nicht als Gegenpol, sondern vielmehr als Ergänzung zur klassischen Kirchenmusik. Sie weiß, dass die Gemeinde für so etwas sehr offen ist.

Bei der popularen Musik geht es nicht nur darum, neue Stücke zu spielen, betont Nicole Trester, sondern auch darum, alte Texte neu zu vertonen oder alte Lieder neu zu bearbeiten. Blues oder Bossanova sind Stile, die ihr dabei gefallen. Als Instrument bevorzugt sie das E-Piano anstelle der Orgel, nicht zuletzt auch, weil sie lieber vorne im Altarraum sitzt und die Menschen, die mit ihr singen, ansieht. Außerdem spielt sie Gitarre.

Unterstützung durch Spenden

Wer die populare Kirchenmusik unterstützen möchte, kann das über eine zweckgebundene Spende an den Förderverein „Mittendrin“ der Versöhnungskirchengemeinde. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.evvkg.de.

Wie es in zwei Jahren weitergeht, wenn Nicole Trester auch ihr Masterstudium beendet hat, steht noch nicht fest. Sie hofft genauso wie Iris Espelöer und Klaus Rüping darauf, das Interesse an popularer Kirchenmusik auch außerhalb der Versöhnungskirchengemeinde zu wecken. Die evangelische Popakademie Witten wurde erst 2017 eröffnet. Nicole Trester gehört zum ersten Jahrgang, der dort seinen Abschluss gemacht hat. Einer ihrer Dozenten war der bekannte Musiker, Komponist und Produzent Dieter Falk, der auch schon in der Erlöserkriche aufgetreten ist.

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