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H-Blockx-Sänger Henning Wehland verspricht den „totalen Abriss“

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Von: Fabian Paffendorf

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H-Blockx-Sänger Henning Wehland engagiert sich abseits der Bühne auch in vielfältiger Art und Weise für seine alte Heimat Münster. Um seinen Lieblingsgrill zu unterstützen, half er zuletzt auch an der Theke aus.
H-Blockx-Sänger Henning Wehland engagiert sich abseits der Bühne auch in vielfältiger Art und Weise für seine alte Heimat Münster. Um seinen Lieblingsgrill zu unterstützen, half er zuletzt auch an der Theke aus. © Guido Kirchner

Manchmal braucht’s ein wenig länger, um nach Lüdenscheid zu kommen. Und das nicht erst seit der Sperrung der Rahmedetalbrücke. Im Fall der Münsteraner Nu-Metal und Crossover-Heroen H-Blockx, die am 19. August die Mainstage beim Bautz-Festival rocken wollen, liegt gar ein Vierteljahrhundert zwischen der Erstankündigung und dem ersten Gig in der Bergstadt.

Lüdenscheid – Bereits Ende der 90er-Jahre, also lange Zeit vor dem Bautz, sollte der Act einen Open-Air-Auftritt in Lüdenscheid spielen. Zu dem kam es damals dann aber nicht. In letzter Sekunde sprangen damalig dann Such a Surge als Ersatz ein. Woran das nun lag, dass es mit dem Gig nicht klappte, kann Henning Wehland, der Sänger der H-Blockx, nun auch nicht mehr rekonstruieren. Sei’s drum. Dafür kündigt der Frontmann der Formation an, worauf das Publikum sich einstellen sollte, wenn die Band jetzt im Rahmen ihrer „Time to move again“-Tour das Nattenbergstadion beschallen kommt. „Unser Anspruch ist der totale Abriss“, sagt Henning Wehland. Nach über 30 Jahren Live-Erfahrung und rund 5000 gespielten Konzerten rund um den Globus wisse man ganz genau, dass man einlöse, was man verspreche. Diejenigen, die die Band schon mal live erleben durften, würden da sicherlich zustimmen. Für die alteingesessenen Fans gibt’s laut Wehland trotzdem die eine oder andere Überraschung auf der Bautz-Setlist.

„Ein oder zwei ältere Stücke werden wir in neu arrangierter Form präsentieren und es gibt einen Song, den wir bisher live noch nicht oft gebracht haben“, kündigt der Sänger an. Mit Blick auf das Publikum werde der Bautz-Auftritt eine besondere Schau, denn gerade die Jüngeren, die die Band noch gar nicht kennen würden, möchte man von den eigenen Qualitäten nun ebenfalls überzeugen. „Beim Bautz spielen eine Menge Acts, die Rang und Namen haben. Deshalb freuen wir uns sehr, dabei zu sein“, sagt Henning Wehland, für den der Auftritt durchaus das Flair eines Heimspiels besitzt, wie er verrät: „Von Münster bis Lüdenscheid ist es nicht weit. Daher glaube ich, dass man durchaus von einem Heimspiel reden kann.“

Auch wenn der Musiker seinen Hauptwohnsitz schon lange in Berlin hat und mittlerweile viel Zeit in der Steiermark verbringt, so ist der Bezug zur Westfälischen Heimat nie abgerissen. Ist Wehland gerade nicht mit den H-Blockx unterwegs, absolviert er Solo-Auftritte oder singt bei den Söhnen Mannheims, engagiert er sich für Münster. Zuletzt sogar als Aushilfe an seinem Lieblings-Hot-Dog-Stand. „Ich hatte mitbekommen, dass da aufgrund von Personalmangel die Betriebsschließung ins Haus stand und habe gehandelt“.

Wiedersehen mit alten Freunden und Wegbegleitern in Lüdenscheid

Ebenfalls mit aller Konsequenz ging Wehland zu Werke, als er in einer Talkshow vor einiger Zeit tönte, er würde gerne mal Oberbürgermeister von Münster werden. „Meine Frau hatte mich dann dazu bewegt, eine Bewerbung als Praktikant ans Rathaus zu schicken – und so durfte ich mal hinter der Kulissen einer Verwaltung schauen“, erzählt Henning Wehland. Kaum verwunderlich also, dass das in den 90er-Jahren gefeierte und umjubelte Album-Erstlingswerk von Wehland und seinen H-Blockx den Titel „Time To Move“ (Zeit um sich zu bewegen) betitelt war. Obschon mittlerweile 28 Jahre alt, wird’s beim Bautz natürlich den ein oder anderen Gassenhauer des Longplayers geben, wie Wehland ankündigt.

Die alten Titel live zu bringen, habe durchaus einen Reiz, wie der Sänger erklärt: „Auf der Setlist haben wir auch Stücke, bei denen ursprünglich Dave Gappa die Lyrics gesungen oder gerappt hatte. Dave ist ja leider bei den H-Blockx ausgestiegen und live übernehme ich seine Parts nun. Das ist eine besondere Herausforderung für mich, das gut zu machen“. Für 2023 kündigt der Frontmann zudem an, dass man mit den H-Blockx wieder ins Studio will, um neue Songs einzuspielen. „Der Spirit, als wir wieder zusammen in den Proberaum gegangen sind, ist mit dem vergleichbar gewesen, den es hatte, als wir damals ,Time To Move’ eingespielt hatten. Alle haben wieder richtig Bock drauf, was zu machen“, meint Henning Wehland. Zunächst aber wird die Band in Lüdenscheid auf dem Bautz ein Wiedersehen mit alten Freunden feiern. Die Recken von Dog eat Dog begleiteten die H-Blockx nämlich schon vor langer Zeit auf einer großen US-Tour.

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