Blitzeraktion in 30er-Zone: Schnellster hatte 75 km/h

Mit modernster Technik geht die Stadtverwaltung derzeit gegen Temposünder im Rathaustunnel vor.

Lüdenscheid - Der Rathaustunnel bleibt das Reizthema der Vorweihnachtszeit. Bei einer erneuten Blitzer-Aktion in der Baustelle mit Tempo-30-Limit hat das Rechts- und Ordnungsamt am Donnerstag wieder zahlreiche Temposünder erwischt.

Diesmal war es, wie angekündigt, in der Röhre in Fahrtrichtung Altenaer Straße. Tagesschnellster war ein Autofahrer mit 75 Stundenkilometern

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Amtsleiterin Martina von Schaewen verweist erneut auf den Schutz der Bauarbeiter und wehrt sich gegen den Vorwurf der Abzockerei. „Wir werden mit dem Radargerät nur dann aktiv, wenn auch gerade Bauarbeiter im Tunnel sind.“ Deshalb sei der Blitzer auch „nur“ von 6.40 bis 11.30 Uhr im Einsatz gewesen. „Danach waren die Arbeiten zunächst beendet.“ In diesen knapp fünf Stunden blitzte es nach von Schaewens Angaben rund 400 Mal. Auf den Spitzenreiter warten laut Bußgeldkatalog übrigens eine Strafe von 200 Euro, vier Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Zwar war der städtische Radarwagen hinter den Absperrbaken für die Autofahrer gut auszumachen. Doch als sie ihn sehen konnten, war es für die Temposünder bereits zu spät. Denn 50 Meter davor stand das Messgerät auf einem Stativ, direkt hinter einer dort abgestellten Arbeitsbühne. Wie Martina von Schaewen sagt, sei auch das kein „übler Trick“, um Autofahrer zu täuschen, als vielmehr technische Notwendigkeit. „In oder hinter einer Kurve zu messen, das funktioniert nicht.“

Nach der Aktion vor einer Woche mit 750 Blitzen in fünfeinhalb Stunden – wir berichteten – hat es nach den Worten der Amtsleiterin „erstaunlich wenige“ Protestanrufe von Bürgern im Rathaus gegeben. „Allerdings sind die Verwarnungen auch noch gar nicht zugestellt.“ Das passiere erst im Januar, wenn der sogenannte Weihnachtsfrieden abgelaufen sei. Es sei üblich, „vor Weihnachten keine belastenden Verwaltungsakte“ vorzunehmen.

Auch weiterhin will die Behörde nur dann Radareinsätze im Tunnel veranlassen, wenn dort Arbeiter beschäftigt sind. Für heute haben sich laut Martina von Schaewen wieder Techniker angesagt. Für die Autofahrer gilt also: Vorsicht, Blitzer!

Olaf Moos

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