Bilanz der Radarkontrollen

Seltener geblitzt: Fahren jetzt mehr Autofahrer in Lüdenscheid vorbildlich?

+
Der Skoda der Stadt Lüdenscheid kontrolliert an wechselnden Standorten in der Stadt.

Lüdenscheid - Sind Sie im vergangenen Jahr in Lüdenscheid nicht geblitzt worden? Glückwunsch, dann haben Sie sich immer ans Tempolimit gehalten - oder Sie haben davon profitiert, dass die Stadt Lüdenscheid 2018 seltener kontrolliert hat. Die Zahl der Verstöße ist aber immer noch hoch. 

Die Zahl der überführten Tempo-Sünder in Lüdenscheid war im vergangenen Jahr deutlich rückläufig. Demnach wurden 2018 nur noch 13.828 Tempo-Verstöße festgestellt und damit rund 14,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Damals wurden 16.161 Verstöße aktenkundig. Was die Autofahrer freut, macht sich in der klammen Stadtkasse bemerkbar. Die aktuellen Zahlen beziehen sich allerdings nur auf die Kontrollen im Zuständigkeitsbereich der Stadt, die seit 2016 zwei mobile Kamerawagen einsetzt. 

Vorsicht, Radarfalle! An diesen Stellen wird im Kreis geblitzt

Daneben gibt es in Lüdenscheid zwei festinstallierte Blitzersäulen. Die Anlagen an der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Nord (L692) und an der Pöppelsheimer Mühle (B229) betreibt der Märkische Kreis. Aktuelle Zahlen liegen hier noch nicht vor. Zudem führt die Polizei regelmäßig Tempo-Kontrollen durch. 

Radarwagen sind täglich im Einsatz

Die zwei Radarwagen des Städtischen Ordnungsamtes – es handelt sich um einen VW Caddy und einen Skoda – sind nach Darstellung von Stadtsprecherin Marit Schulte fast jeden Tag im Einsatz – auch beim Schneewetter der zurückliegenden Tage. 

"Entscheidendes Kriterium ist die Verkehrssicherheit"

Sie stehen vor Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern und auch dort, wo es in der Vergangenheit häufiger zu Unfällen kam. An rund 120 Messstellen sind die Fahrzeuge immer wieder anzutreffen. Diese Punkte wurden zusammen mit dem Verkehrskommissariat der Polizei festgelegt. 

Blick aus dem Innern auf die Autofahrer.

Hinzu kommen ab und zu einzelne Kontrollen zum Beispiel in Wohngebieten, wenn sich Bürger bei der Stadt über eine zu schnelle Fahrweise in ihrem Wohnumfeld beschweren. Dann werde überprüft, ob dort wirklich viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind. 

Den immer wiederkehrenden Vorwürfen von „Abzocke“ oder „Wegelagerei“ als Hauptmotivation für die Standortwahl widerspricht Stadtsprecherin Marit Schulte: „Entscheidendes Kriterium ist aber immer die Verkehrssicherheit.“ 

Weniger Einnahmen durch Buß- und Verwarngelder

Voraussichtlich rund 300 000 Euro an Buß- und Verwarngeldern kann die Stadt 2018 für sich verbuchen. Eine genaue Zahl gibt es nicht, da noch nicht alle Verfahren aus dem vergangenen Jahr rechtskräftig abgeschlossen sind. 

2017 betrugen die Einnahmen aus der Überwachung des fließenden Verkehrs exakt 356.257 Euro. „Die geringere Zahl der Verstöße im vergangenen Jahr bedeutet nicht, dass die Lüdenscheider auch ordentlicher gefahren sind“, erklärt Stadtsprecherin Schulte. 

Anschaffung von drittem Radarwagen nicht geplant

Vielmehr habe es 2017 mehr Personal und mehr Kontrollen als im vergangenen Jahr gegeben. Das ist auch ein Grund, warum die Stadt derzeit nicht über die Anschaffung eines dritten Radarwagens nachdenkt, wie Stadtsprecherin Schulte deutlich macht. Mit dem umstrittenen Kauf eines zweiten Messgerätes 2016 war die Zahl der Verstöße und damit auch die Einnahmenhöhe deutlich angestiegen.

Lesen Sie auch: Neuer Blitzer in Lüdenscheid: Hier müssen Sie aufpassen!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare