Polizei-Aktion effektiv: 750 Blitze im Rathaustunnel

Lüdenscheid - Es war Stadtgespräch, und es stieß nicht nur auf Gegenliebe: ein Blitzer im Rathaustunnel, Fahrtrichtung Kölner Straße. am Donnerstag zwischen 7 und 12.30 Uhr postierte das Ordnungsamt den städtischen Radarwagen in einer der Röhren, in denen derzeit wegen der Sanierungsarbeiten ein Tempolimit von 30 km/h gilt.

In diesen fünfeinhalb Stunden waren 750 Autofahrer zu schnell unterwegs. Das bestätigt Amtsleiterin Martina von Schaewen auf LN-Nachfrage.

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Grund für die Maßnahme sind wiederholte Beschwerden von Arbeitern, die Tag für Tag im Rathaustunnel zu tun haben. Nicht genug, dass sie weitgehend ohne Tageslicht und in schlechter Luft tätig sind – angesichts vieler Raser, die sich augenscheinlich um Tempolimits kaum kümmern, fühlen die Beschäftigten sich nicht mehr sicher an ihrem Arbeitsplatz. Björn Karnbach, Projektleiter für den Tunnel bei der Firma Jungkurth, sagt: „Zwei bis drei Mann sind immer da, einen davon müssen wir immer abstellen, um die Baustelle zu sichern. Es wird gerast, das ist nicht mehr schön.“

Der Radareinsatz wird keine einmalige Sache bleiben, kündigt Martina von Schaewen an. „Das werden wir – auch im Interesse der Bauarbeiter – wiederholen, sicher auch in der Röhre in Fahrtrichtung Altenaer Straße.“

Das Tempolimit soll die Arbeiter schützen.

Am Freitagmittag lag die Auswertung der Blitzer-Aktion noch nicht endgültig vor. Aber eine Tendenz lässt sich schon abzeichnen. 750 Mal hat es geblitzt, die Mehrzahl der Temposünder war nach den Worten von Schaewens schneller als 50 km/h. Das bedeutet eine Verwarnung von mindestens 35 Euro. Eine geringe Geschwindigkeitsüberschreitung wird mit einem Verwarnungsgeld ab 15 Euro geahndet, nach oben gibt es „keine Grenzen“, sagt Martina von Schaewen. Nach ersten Schätzungen dürfte die Summe der Knöllchen-Einnahmen nach dieser ersten Aktion bei mehr als 20.000 Euro liegen.

Die Bauschlosser, die die Deckenleuchten sichern, und die Handwerker von Jungkurth, die das Licht, die Brandmeldeanlage und die Notbatterien im Rathaustunnel instandsetzen, werden schätzungsweise bis Ende Januar zu tun haben. Björn Karnbach ist froh, dass die Stadt jetzt gegen die Raserei im Tunnel einschreitet. „Es ist wirklich nicht ungefährlich, dort zu arbeiten.“ Im Oktober, sagt der Projektleiter, sei er selbst in einer der Röhren angefahren worden.

Olaf Moos

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