Blinde unterwegs im „Irrgarten der Stühle“

Blinde fühlen sich auf dem Sternplatz wie in einem „Irrgarten der Stühle“ und wünschen sich Leitlinien zur Orientierung.

LÜDENSCHEID ▪ Des einen Freud’, des anderen Leid: Mit Beginn der Außensaison zieht’s auch die Gastronomen auf Stern- und Rathausplatz mit ihrem Angebot ins Freie. Für Blinde und Sehbehinderte allerdings erschwert sich damit das Durchkommen und gewohnte Wege verändern sich.

Darauf weist jetzt Henning Schwartz im Namen der betroffenen Lüdenscheider hin. Zugleich kritisiert er, auch in einem Schreiben an den Behindertenbeauftragten Klaus-Martin Pandikow, die Situation rund ums neue Ärztehaus Sternplatz 1, in dem unter anderem das Augenzentrum zu finden ist. Um so wichtiger sei es, so Schwartz, den Weg und den Eingang für Sehbehinderte zu kennzeichnen, statt die Menschen durch einen „Irrgarten von Stühlen“ zu schicken und durch viele Türen zu verwirren. Eine Umrandung der alten und neuen „Sitzecken“ und einfache Blindenleitlinien als Orientierungshilfe, so regt er an, könnten „uns den schwierigen Weg“ über die Plätze erleichtern.

Noch immer, so der Tenor des Schreibens, würden die Bedürfnisse der Sehbehinderten in Lüdenscheid nicht richtig wahrgenommen. Eigentliche Adressaten sind für Henning Schwartz, der auch in der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen aktiv ist, „die Verantwortlichen der Gesamtplanung“. Die hätten seines Erachtens dafür Sorge zu tragen, dass in Gebäuden mit regem Publikumsverkehr wie beispielsweise dem neuen Ärztehaus am Sternplatz 1 in Aufzügen eine Sprachansage vorhanden sein müsste.

Ob durch Gleichgültigkeit oder Achtlosigkeit wie beim Zustellen von Hilfslinien durch Blumenkübel oder einfach immer wieder durch Fehlplanung – noch in einem anderen Zusammenhang legt Henning Schwartz den Finger auf eine Wunde. Vor dem alten Quelle-Haus an der Knapper Straße hat er ebenfalls Hindernisse ausgemacht, die die Stelle zu einem besonderen Engpass für Menschen mit Behinderungen machten. Hier kritisiert der Lüdenscheider die dichte Kombination von Parkplätzen, einer Reihe von Säulen sowie Verkaufsständern. Und: „Dazwischen müssen sich zwei Verkehrsrichtungen der Fußgänger durchwinden. Weder für Rollstühle, Rollator noch für Menschen mit Langstock ist ein Durchkommen während der Verkaufszeit möglich.“

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