Ein herzliches Dankeschön an die „besten Dirigenten der Welt“

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Komponist Thiemo Kraas war angereist und durfte unerwartet sein eigenes Werk dirigieren. - Fotos: Krumm

Lüdenscheid - „Sahnetorte und nicht Brot“ sah Bürgermeister Dieter Dzewas am Sonntag nach dem großen Dekaden-Konzert des „BlasOhrchesters“ der Musikschule Lüdenscheid. Und tatsächlich waren die Dimensionen des Konzerts imposant: Fast 80 Akteure und ein abendfüllendes Programm machten deutlich, was für einen Standard dieses Orchester zehn Jahre nach seiner Gründung erreicht hat.

Der Bürgermeister erinnerte sich noch an „15 Musiker im Bürgerforum“ nach der Gründung und bekannte sich zur Kulturförderung: „Jeder in diese Kulturarbeit investierte Euro ist gut angelegt.“ Eltern und Großeltern der begeisterungsfähigen jungen Musiker sahen das ebenso: Sie feierten die jungen und junggebliebenen Akteure mit Applaus im Stehen und füllten nach dem Konzert im fast ausverkauften Kulturhaus großzügig die bereitgestellten Körbe.

Das Programm, durch das Katja Grüger und Anna Schombel fröhlich führten, umfasste sehr unterschiedliche Kompositionen und Arrangements: Von James Barnes’ „Appalachian Overture“ über Johan de Meijs Sinfonie „Herr der Ringe“ bis zu verschiedenen Medleys, die James Bond, der Musik der Blumenkinder, Robbie Williams und dem Tanz der Vampire huldigten. „Gandalf“ war das Thema des ersten Satzes von de Meijs „Herr der Ringe“, und wer wollte, konnte in den überraschenden Wendungen der Komposition die Zauberkünste des großen Meisters wiederfinden. Anschließend ging es bei der „Journey in the Dark“ in die gruseligen Minen von Moria, und beschaulich wurde es im dritten Satz, der den „Hobbits“ und ihrem normalerweise eher beschaulichen Leben gewidmet war.

Nach der Pause kündigte Musikschulleiter Franz Schulte-Huermann, der sich im Dirigat mit Matthias Hirth abwechselte, etwas Besonderes an: einen Klassiker zu Lebzeiten. Das Stück „Imagasy“ des 1984 geborenen Komponisten Thiemo Kraas werde wohl auch in 100 Jahren noch gespielt, prognostizierte er. Der junge Komponist war persönlich angereist und fand sich plötzlich in der Rolle dessen wieder, der sein eigenes Werk dirigieren sollte. Aber sowohl er als auch das Orchester wurden bestens mit dieser Situation fertig. Die Musik war abwechslungsreich, brachte die Instrumentengruppen des Blasorchesters nachvollziehbar zur Geltung und machte Freude.

Gelegenheit zu einem fröhlichen Melodienraten gaben die Medleys im zweiten Teil des Konzerts. Vor allem die von Anthony Kosko arrangierten „Flower Power“-Melodien ließen Stimmung aufkommen: Im Schnelldurchgang ging es durch „Bridge over troubled Water“, „San Francisco“, „Morning has Broken“ und „It never rains in southern California“.

Nach einem sehr herzlichen Dankeschön an die „besten Dirigenten der Welt, weil sie definitiv das chaotischste Orchester der Welt leiten“, gab es Geschenke für Matthias Hirth, Franz Schulte-Huermann sowie Guido Pieper und Birgit Franz.

Die Zugaben lieferten Thiemo Kraas („One Life“) und mit großem sinfonischen Gestus Gustav Holst, der einst die Planeten und ihre Personifikationen Musik werden ließ: „Jupiter, der Bringer der Freude“. - thk

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