Offizielles Stillschweigen, aber:

MVG-Sprecher bittet intern um Entschuldigung

Es war einer der spektakulärsten Unfälle der vergangenen Monate. Noch läuft die Ursachenforschung innerhalb der MVG.

Lüdenscheid - Nach außen bewahrt die MVG nach dem Busunfall an Heiligabend auf dem Sauerfeld strengstes Stillschweigen. Doch intern haben Äußerungen von MVG-Pressesprecher Jochen Sulies offenbar für Unmut und Ärger in der Belegschaft gesorgt.

Vor allem der Hinweis auf eine „Idiotenversicherung“, die jeden Eventualfall abdecke, hat offenbar für harsche Reaktionen im Fahrdienst des Verkehrsunternehmens gesorgt. Jetzt hat sich Sulies in einem Brief an die Kollegen in aller Form entschuldigt.

Auf die Frage, ob der vor einer Woche verhängte Informations-Stopp des Verkehrsunternehmens weiterhin gelte, sagte Sulies gestern im LN-Gespräch: „Selbstverständlich!“ Damit bleibt weiter offen, ob der Fahrer, ein 23-jähriger Mann aus Hagen, fahrlässig gehandelt hat, als er den Bus verließ, um an der Haltestelle eine vermeintlich defekte Tür an dem Fahrzeug zu kontrollieren – oder ob in der MVG-Werkstatt bei Wartungsarbeiten Fehler passiert sind. Sulies: „Das wird alles intern geklärt.“

Erste Gerüchte, dass der 23-Jährige kurz nach der Anstellung n

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och in der Probezeit gewesen und inzwischen wieder entlassen sei, haben sich nicht bestätigt. Wie zu erfahren war, hat der junge Fahrer gestern wieder eine Frühschicht absolviert. MVG-Pressesprecher Sulies hatte denn auch angekündigt, dass personalrechtliche Konsequenzen erst dann diskutiert würden, wenn die genaue Unfallursache ermittelt ist.

In seinem Brief an die MVG-Mannschaft schreibt der Pressesprecher unter anderem: „Die Reaktionen (...) waren heftig, nachvollziehbar – und haben auch bei mir nachhaltig Eindruck hinterlassen. Als seien sie Idioten, die Kolleginnen und Kollegen von der MVG, die täglich hunderte von Kilometern auf ihren Bussen pflichtbewusst für die Menschen im Märkischen Kreis unterwegs sind.“

Es sei „mein ausdrücklicher Wunsch“, sich für Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, die Kollegen „durch meine ungeschickte Formulierung“ möglicherweise in ihren Familien und im Freundes- und Bekanntenkreis erfahren haben. Wie Jochen Sulies weiter schreibt, gehe es nicht darum, „was ich der Presse gesagt habe, sondern wie es beim Leser ‘angekommen’ ist.“ Dafür bitte er nicht um Verständnis, „und dafür kann ich wahrlich kein Verständnis erwarten“. Er hoffe, dass sich die Wogen der Erregung bald legen würden.

Von Olaf Moos

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Busunfall in Lüdenscheid

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