Investoren prüften Nutzung

Bislang geheimes Gutachten über Abriss des Sauerland-Centers aufgetaucht

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Das Sauerland-Center lässt sich nicht weiter entwickeln. Zu diesem Ergebnis kamen Experten, die im Auftrag zweier Investoren das Gebäude auf Herz und Nieren untersuchten.

Lüdenscheid - Während der geplante Stadtturm nach der Präsentation des Entwurfs für viel Diskussionsstoff sorgt, ist im Hintergrund durch zwei andere Investoren auch eine mögliche Nutzung des Sauerland-Centers überprüft worden. So lautet ihr Fazit.

„Eine Revitalisierung des Sauerland-Centers ist nicht sinnvoll“, fasst Roland Rothmann zusammen. Der Projektentwickler des Stadtturms hatte dies bereits während der Veranstaltung des CDU-Arbeitskreises Stadtentwicklung zur künftigen Entwicklung des P & C-Komplexes am Eingang der Wilhelmstraße angedeutet. Im LN-Gespräch erläuterte Rothmann die Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten.

„Überlegt worden war die Nutzung des Sauerland-Centers zum überwiegenden Teil als Wohnkomplex mit einem kleinen Dienstleistungsbereich inklusive. Es gibt sogar einen Entwurf, wie die neu gestaltete Fassade dann hätte aussehen können.“ 

Über Geld spricht Rothmann nicht so gerne. Eine ordentliche sechsstellige Summe hätten die beiden Investoren, die nichts mit der Investorengruppe für den Stadtturm zu tun hätten, in die Analyse gesteckt, um danach zu dem Schluss zu kommen, dass es unendlich viele Nebenschauplätze gebe, die gegen eine Belebung des fast leer stehenden Beton-Ungetüms auf der anderen Seite des Sauerfeldes sprechen. 

Riesiger Teleskop-Kran am verlassenen Sauerland-Center

„Zu unserem gemeinsamen Leidwesen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir nach dieser Analyse nicht mehr weitermachen, da wir kaum eine Chance sehen, hier wieder etwas auf die Beine zu stellen“, sagt Roland Rothmann.

Höheneinsatz am Sauerlandcenter Lüdenscheid

Die Schwachstellen sind nach Angaben der Techniker, die das Sauerland-Center auf Herz und Nieren überprüft haben, eine veraltete Brandschutztechnik, statische Probleme bei einem Umbau, das Parkhaus mit einer engen und steilen Zufahrt sowie zu engen Stellplätzen und langfristige Mietverträge, die es zunächst gar nicht ermöglichten, das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.

Mit den langfristigen Mietverträgen sind die Funkmasten auf dem Komplex gemeint, die noch gut zehn Jahre laufen. Fazit der Investoren laut Rothmann: „Die Entwicklungsidee ist für uns beendet.“

Geplanter Stadtturm: Höhe bleibt unverändert

Im Gespräch kommt Roland Rothmann auch noch einmal auf den Stadtturm zu sprechen. An der Höhe des Stadtturms mit den neun Geschossen werde man festhalten. Zwar sei nach wie vor die Nutzung für urbanes Wohnen möglich, „aber wir verfolgen auch das Konzept Hotel“. 

Experten und Berater arbeiteten zurzeit daran, wirtschaftliche Daten und Analysen in diese Richtung und ein verfeinertes Konzept zu erarbeiten. Ein Hotel werde sicherlich zur Belebung der Innenstadt führen. „Die Einbeziehung des Baukulturbeirates des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe halten wir für sinnvoll. Einen Architektenwettbewerb, um weitere Entwürfe zu erarbeiten, lehnen wir ab“, sagte Rothmann. 

So soll der Stadtturm aussehen - der Wandel am Sternplatz in Bildern

Diese Idee hatte der Lüdenscheider Architekt Rüdiger Wilde auf der CDU-Veranstaltung in die Runde geworfen (wir berichteten). Bis schließlich der vorhabenbezogene Bebauungsplan erstellt und von Verwaltung und Politik abgesegnet sei, könne es Ende 2019 werden. Der Abriss des P &C-Gebäudes sei mit einem halben Jahr zu veranschlagen, der Neubau mit eineinhalb Jahren. „Wenn alles so läuft, könnte der Stadtturm 2022 stehen.“

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