Wahlamt wie ein Taubenschlag

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Briefwahl: Umschläge müssen zugeklebt sein, die Wahlscheine unterschrieben.

Lüdenscheid - Im Wahlamt geht’s zu wie im Taubenschlag. Vier Mitarbeiterinnen aus dem Bürgeramt mit melde- und wahlrechtlichen Kenntnissen verhelfen Lüdenscheidern zu ihren Wahlscheinen und zur direkten Stimmabgabe.

Durch einen Raumteiler abgetrennt werden Briefwahlunterlagen durch insgesamt fünf weitere Mitarbeiterinnen vorsortiert und versandfertig gemacht, für die Kommunalwahl natürlich mit dem entsprechenden Stimmzettel für den Stimmbezirk.

Zahlenangaben zu herausgegebenen Wahlscheinen sind daher minütlich Makulatur. Um 12.20 Uhr ist gestern die nächste Schnapszahl fällig. 5555 Wahlscheine sind dann ausgegeben, 400 mehr als bei der Kommunalwahl 2009. Und in Wirklichkeit sind es ja 11 110 Wahlscheine, weil jeweils einer für die Europawahl und einer für die Kommunalwahlen ausgestellt wird.

Das sorgt für Verunsicherung bei manchen Wählern, die im Telekomgebäude am Rathausplatz frühzeitig ihre Stimme abgeben wollen. Eine Viertelstunde Verweildauer in der Wahlkabine ist keine Seltenheit, hat Wolfgang Padur, der das operative Wahlgeschäft verantwortet, schon beobachtet. Andere nehmen die Unterlagen zunächst mit nach Hause. „Ich will mir die Vereine erst mal angucken“, sagt ein älterer Herr und verschwindet mit seinem Umschlag schnell wieder Richtung Eingang, wo weitere Wähler aufs Wählen warten und von einem Auszubildenden erste Hinweise bekommen: „Wahlbenachrichtigung und Antrag schon ausgefüllt und unterschrieben?“

Es wird überall geholfen, denn die Superwahl 2014 ist komplex, „und es ist schade um jede Stimme“, sagt Padur, der in den nächsten Tagen auch noch reihenweise Wahlvorstände schult.

Den ersten Fehler begeht, wer die Briefwahlunterlagen zu Hause komplett auspackt und auf dem Küchentisch ausbreitet. Dass unterschriebener Wahlschein und Stimmzettel für die Kommunalwahl in den gelben Umschlag gehören und die Europawahl in den roten, steht in der Kurzanleitung – und wird doch oft falsch gemacht. Die Stimme gilt dann nicht als ungültig, sondern als nicht abgegeben. Wer sich vertut, gilt als Nichtwähler. Da ist der rechtliche Rahmen eng. Wer merkt, dass er sich zwischen den bunten Zetteln verheddert hat, ist aber noch nicht verloren. „Alles einpacken und ins Wahlamt kommen“, rät Padur. „Das kann man noch lösen.“ - flo

Heute und Freitag ist das Wahlamt geschlossen. Die Öffnungszeiten ansonsten: Montag und Donnerstag, 8.30 bis 17.30 Uhr, Dienstag, Mittwoch, Freitag von 8.30 bis 13 Uhr, Freitag vor der Wahl bis 18 Uhr. Telefon: 17 25 50 und 17 24 28.

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