Bildungspaket für 3000 Lüdenscheider Kinder

2261 minderjährige Kinder aus Familien im Hartz-IV-Bezug und 737 junge Leute bis 25 Jahre hätten in Lüdenscheid Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungspaket.

LÜDENSCHEID - 2261 minderjährige Kinder aus Lüdenscheider Familien im Hartz-IV-Bezug hätten Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungspaket der Bundesregierung. Es sieht pro Kopf einen Wert von 120 Euro im Jahr vor.

Damit sollen Kinder aus sozial schwächeren Familien Musikschulen und Sportvereine besuchen, Ausflüge mitmachen oder Mittagessen in Kindergärten und Schulen erhalten können. Weitere 737 junge Leute über 18 Jahre können solche Sachleistungen erhalten, sofern sie noch eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen. Hinzu kommen 28 Kinder aus der „Hilfe zur Nachhilfe“ und zehn Flüchtlingskinder, die unterrichtet werden. Insgesamt könnten bis zu 3089 Kinder und Jugendliche in Lüdenscheid Leistungen aus dem Bildungspaket beziehen.

Diese Zahlen nannte die Stadtverwaltung am Montag in ihrer schriftlichen Antwort auf eine SPD-Anfrage.

Die Verwaltung kritisiert darin zugleich die vorgesehene Abwicklung des Bildungspakets vor Ort. Wie berichtet, ist bisher allein die märkische Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (Arge MK) dafür zuständig. Zwar ist die Gewährung von Sachleistungen aus Sicht der Stadt „im Ansatz richtig“, doch sei eine direkte Zuständigkeit der Stadt durch Übertragung der Aufgaben „die bessere Lösung“. Dies gelte aber nur, wenn der bürokratische Aufwand vermindert und die Kosten erstattet würden. Ähnlich hatte sich Bürgermeister Dzewas kürzlich in einem Appell an die Landesregierung geäußert.

Allerdings erhält die Arge MK jetzt mehr Zeit für ihre Nachfragen zu Preisen von Mittagessen oder Unterrichten, die auch in Lüdenscheid seit Ende November laufen: Die Hartz-IV-Reform samt Bildungspaket dürfte sich verzögern, da sie jetzt erst durch den Vermittlungsausschuss des Bundesrates muss. Ihre Umsetzung zum 1. Januar erscheint damit unmöglich.

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