„Bildung ist der beste Weg, um Frieden zu erreichen“

Stolze und selbstbewusste Abiturientinnen: 19 Schülerinnen der Atefa-Schule in Estalef feierten am 31. Oktober im Rahmen einer bewegenden Feier ihren Abschluss.

LÜDENSCHEID ▪ „Da konnte man die Tränen nicht mehr zurückhalten“, erinnern sich Dr. Anwar und Parwin Nabiyar an die bewegende Abschlussfeier, mit der am 31. Oktober die ersten 19 Schülerinnen der Atefa-Schule im afghanischen Estalef ihr Abitur feierten. „Da war so viel Stolz und spontane Freude, auch bei Eltern und Großeltern. Das war wirklich sehr beeindruckend.“

Knapp 300 Gäste nahmen an der fünfstündigen Feier teil – neben dem Kollegium, den 8. bis 11. Klassen, der örtlichen Prominenz, Vertretern der Schulen und Umgebung, der Schulbehörden und dem Fernsehen auch viele auswärtige Gäste, die sich der Schule verbunden fühlen. Dr. Arnhild und Rolf Scholten vom Verein Eschan hatten wegen der Sicherheitslage in Kabul nicht an der Feier teilnehmen können. „Wir haben das sehr bedauert, aber es ist momentan einfach zu gefährlich“, sagten die beiden.

Dr. Nabiyar hatte aber gemeinsame Glückwunschschreiben vom Verein und vom Bergstadt-Gymnasium mitgebracht, außerdem ein liebevoll gestaltetes und persönliches Fotobuch und das Patenschaftsgeld sowie ein Wörterbuch für die weitere Ausbildung. Der Wissensdurst der Abiturientinnen ist nach wie vor groß. Fast alle Mädchen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren wollen studieren. „Auf verschiedenen Ebenen laufen derzeit Bemühungen, Stipendien zu organisieren. Doch das ist schwierig. Die angehenden Studentinnen brauchen circa 250 Euro monatlich, da die Lebensunterhaltungskosten in Kabul extrem hoch und staatliche Studienplätze rar sind“, betonte Dr. Nabiyar.

„Das Selbstbewusstsein, das diese junge Frauen in den vergangenen Jahren und mit dem bestandenen Abitur erlangt haben, kann ihnen auf jeden Fall keiner mehr nehmen“, sagte Dr. Arnhild Scholten.

Unterdessen platzt die Schule aus allen Nähten, weshalb ein Erweiterungsbau für drei weitere Klassen in Auftrag gegeben worden ist, der rund 20 000 Euro kosten wird. Außerdem sind Ausbesserungsarbeiten am Gebäude und der Ausbau der benachbarten Grundschule für Jungen zu einer Mittelschule geplant. All diese Investitionen sind gut angelegtes Geld, unterstrich Dr. Nabiyar: „Bildung ist dauerhaft der beste Weg, um Frieden zu erreichen.“

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