BGL bildet im Sommer fünfte Eingangsklasse

Weiteren Zuwachs von Zepp und Scholl erhält das Bergstadt-Gymnasium im Sommer.

LÜDENSCHEID - Mit fünf statt vier Eingangsklassen startet das Bergstadt-Gymnasium (BGL) ins kommende Schuljahr, die beiden Staberg-Gymnasien bleiben jeweils bei drei Zügen. So reagierten die drei Schulleiter und die Verwaltung gestern auf die hohen Anmeldezahlen vor allem für Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Gymnasium (die LN berichteten).

An diesen beiden Schulen können jedoch aus Platzgründen keine zusätzlichen Eingangsklassen eingerichtet werden. Mit einem anerkannten Losverfahren, so Schulverwaltungsamtschef Reinhard Merkschien, wurden gestern 24 Kinder vom Scholl und 17 aus den Zepp-Anmeldungen dem BGL zugeordnet. So kommt es mit insgesamt elf statt zehn Eingangsklassen zu einer durchschnittlichen gymnasialen Klassenstärke von 27 bis 28 Kindern. Ohne Losverfahren wären es etwa am Scholl bei 108 Anmeldungen 36 Kinder pro Klasse gewesen.

Die vom unfreiwilligen Wechsel betroffenen Eltern erhalten zum Ende der Woche schriftlich Nachricht darüber, kündigte Merkschien an. Zuvor müssten sich die drei Gymnasien untereinander die Unterlagen zukommen lassen.

Im Losverfahren habe es eine Vor-Auswahl nach vorgegebenen Kriterien gegeben – etwa das Zahlenverhältnis von Jungen zu Mädchen, der Migrantenanteil oder die Aussagen der Übergangsempfehlungen der Grundschulen.

Ob es gegen das Verfahren und seine Ergebnisse Widersprüche unzufriedener Eltern geben wird, konnte Merkschien gestern noch nicht sagen. „Das Verfahren musste im letzten Jahr gar nicht angewendet werden, in den Jahren davor hat es vereinzelte Widersprüche gegeben. Das bleibt jetzt abzuwarten.“

Ohne den offenbar abschreckenden Effekt der nur noch achtjährigen Gymnasialzeit (G 8) bis zum Abitur wären die Platzprobleme der drei Lüdenscheider Schulen wohl noch größer geworden. Doch entschieden sich diesmal, wie es am Samstag aus den Realschulen hieß, auch viele Eltern für die Realschule, deren Kinder Gymnasialempfehlungen ohne Einschränkungen mitbrachten.

Hintergrund: Diese Eltern wollen, dass ihre Kinder vor der dreijährigen Oberstufe sechs Jahre lang die Realschule besuchen können, also insgesamt 13 Jahre bis zum Abitur haben, und das geht jetzt, ohne dass sie beim Wechsel von der Klasse 10 der Realschule in die 10 am Gymnasium „sitzenbleiben“.

Laut Scholl-Rektorin Antje Malycha spielen dabei sicher auch die Möglichkeit, an einem Berufskolleg das Abitur zu machen oder die Abschaffung der Wehrpflicht eine Rolle. „Das ist ein sehr bodenständiges Denken, diese Eltern verhalten sich zugleich marktgerecht“, lobte sie. Manche wollten ihren Kindern auch die zusätzliche Chance zu einem Reifeprozess geben, bevor es für sie nahtlos und sehr früh in Beruf oder Studium geht.

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