Bigband brilliert mit „Very personal“

Mattis Cederberg, Posaunist der WDR-Bigband

LÜDENSCHEID - Man sitzt quasi mittendrin im Bigband-Sound. Und die unmittelbare Nähe zum Klangkörper schafft eine einzigartige Atmosphäre: Am Abend gaben sich die Musiker der WDR-Bigband einmal mehr im großen Saal des Kulturhauses sehr persönlich und präsentierten mit „Very personal“ ihre Lieblingsstücke, ein musikalisches Abendprogramm, das viele Varianten bot.

John Marshall als Trompeter und Gesangssolist den Auftakt zu gewähren, erwies sich als guter Einstieg ins Programm. Chefdirigent Michael Abene hatte diesmal das Dirigat an Dennis Mackrel abgegeben, US-amerikanischer Jazzschlagzeuger, der sich als Komponist und Arrangeur einen Namen machte und durch die Zusammenarbeit mit dem Count Basie Orchestra zu internationalen Ehren kam. Ihm fiel zum Ende des Konzertes eine so ganz ungewohnte Rolle zu. Denn Lucas Schmid, Produzent und Manager der Band, der charmant durchs Programm führte, drückte ihm das Mikrophon in die Hand. Immerhin hatte der Dirigent bis dahin noch kein einziges Wort gesprochen. Mackrel nahm's gelassen, freute sich in feinstem Schulenglisch, hier zu sein, kündigte dem amüsierten Publikum an, bei Nichtgefallen beide Sets zu wiederholen und stellte anschließend den Klangkörper vor.

Von Nichtgefallen konnte allerdings keine Rede sein. Bravo-Rufe und viel Beifall für besonders gut gelungene Passagen waren keine Seltenheit. Vor allem Frontmann Jens Neufang, der gemeinsam mit dem niederländischen Trompeter Rob Bruynen spielte, sicherte sich schnell die Gunst des Publikums. Bruynen bot in Anlehnung an den kreativen Liebesfilm „One day“ eine gleichnamige Eigenkomposition. Als absoluter Hingucker allerdings erwies sich einmal mehr der schwedische Bassposaunist Mattis Cederberg, der das Publikum mit einer Komposition auf einer überdimensionalen Kontrabass-Ventilposaune in die Pause entließ.

Nach vielen Balladen und getrageneren Stücken ließ es Karolina Strassmayer auf dem Saxophon als einzige Frau unter Männern mit ihrer Komposition „Promise to myself“ etwas flotter angehen. Mit „Get well soon“ als Hommage an den Mitte Dezember verstorbenen Ventilposaunisten Bob Brookmeyer endete ein Abend voller sehr persönlicher Stücke.- rudi

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