Kölner Agentur eröffnet Büro in Lüdenscheid

"Big Brother" und "Grill den Henssler": Casting-Agentur sucht Kandidaten im MK

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Sie suchen Gesichter für TV-Formate und bauen ein neues Online-Portal für ganz Deutschland auf: Guiseppe Gennaro, Katharina Letzner und Andreas Donat.

Lüdenscheid – Sie casten deutschlandweit für "Big Brother" und "Verrückt nach Meer" - nun hat die Kölner Agentur Fameonme auch einen Sitz in Lüdenscheid.

  • Eine Casting-Agentur aus Köln eröffnet Büro in Lüdenscheid
  • Gesucht werden Kandidaten für TV-Formate
  • Bewerben kann sich jeder

Ob Dominadarstellerin, Professor, Pfarrer oder Punker – die Casting-Agentur Fameonme (frei übersetzt: Ruhm über/für mich) sucht das passende Gesicht für das passende Format. Für Quizsendungen, bekannte Shows wie „Big Brother“, die ARD-Sendung „Verrückt nach Meer“ oder „Grill den Henssler“. 

Sie haben mehr als 150.000 Mitglieder in ihrer Datenbank, täglich wachsend. Kürzlich hat die Kölner Agentur eine Zweitstelle an der Kölner Straße 152 in Lüdenscheid eröffnet – dort wollen sie „was Neues an den Start bringen“, sagen die Inhaber Giuseppe Gennaro und Andreas Donat. 

"Der Werbung ist das Fernsehen oft zu verrückt"

Seit 13 Jahren arbeiten sie zusammen, besuchten zuvor Schulen in Lüdenscheid für eine kaufmännische Ausbildung. Über Umwege gelangten sie in die Medien-Branche, „heute sind wir eine der führenden Agenturen in Deutschland“. 

Gemeinsam vermitteln sie Menschen in Fernsehen und Werbung. „Eine Kombination, die sich eigentlich beißt – der Werbung ist das Fernsehen oft zu verrückt, aber wir kombinieren das“, sagen sie. Das funktioniere vor allem, weil sie sich vom Trash-TV fernhielten, „wir machen keine Single-Formate oder Frauentausch. Wir setzen auf Quiz-Charme, Spielshows und Abenteuer – Formate, bei denen die Leute danach sagen: ,Das hat Spaß gemacht‘. Wir wollen ein gutes Verhältnis mit den Menschen haben“. 

"Die suchen ganz spezielle Typen"

Denn das, so wissen sie, sei nicht immer der Fall: In fast allen Fernsehshows gehe es um Vielfalt, spezielle Typen – aber viele wollten vor allem Klischees bedienen. „Wir vermitteln nichts, wofür die Leute danach einen Psychologen brauchen. Man bekommt das nicht mehr los: Heute will vielleicht ein Mittzwanziger in eine Sendung, er ist ungebunden und es ist ihm egal – aber wie sieht das in einigen Jahren aus? Das Leben ändert sich, man sollte sich vorher Gedanken darüber machen.“ 

Die Forderungen der Produktionen seien meistens eindeutig: „Die suchen häufig ganz spezielle Typen, etwa den Pfarrer mit einem großen Allgemeinwissen oder einen Punker.“ Beauftragt werden sie als Agentur vor allem für neue Formate. „,Wer wird Millionär‘, das ist inzwischen ein Selbstläufer. Aber neue Sendungen, dafür müssen erst mal Leute gesucht werden.“ 

"Fernsehen ist viel Kategorie- und Klischee-Denken"

Und manchmal auch für bekannte Shows: Derzeit sucht die Agentur Leute für die Sat1-Sendung „Big Brother 20“. Denn nicht jeder, der sich dafür bewirbt, sei auch brauchbar. „Solche Formate funktionieren nicht mit durchweg ähnlichen Typen – die säßen am Ende nett am Lagerfeuer zusammen.“ 

Aber dafür seien die Sendungen nun mal nicht gemacht. „Fernsehen ist viel Kategorie- und Klischee-Denken. Man braucht Berufe und Typen, damit ein Format funktioniert.“ Ein Beispiel aus ihrer Vermittlung: Die ARD-Sendung „Verrückt nach Meer“. 

„Dafür sucht man bodenständige Leute, Menschen, denen man eine solche Reise gönnt.“ Die Bewerber seien das aber oft nicht: „Viele wollen einfach einen Gratisurlaub machen. Wir suchen jedoch eher die Omi aus dem Kiosk, die noch nie auf einem Schiff war – so jemand bewirbt sich in der Regel aber nicht.“ Da kämen sie als Agentur ins Spiel. 

Neues Projekt wird in Lüdenscheid betreut

Die Branche sei verrückt und schnelllebig, aber schön, sagen Donat und Gennaro. Über die Jahre haben sie eine große Datenbank geschaffen, „das ist sehr hilfreich“. Darüber hinaus werden sie sich in Lüdenscheid ab sofort um ein weiteres Projekt kümmern: Ein Portal über die Webseite www.casting.de, die sie erworben haben. 

„Das wird ähnlich wie Facebook, nur speziell für Castings“, sagen sie. Anmelden dürfe sich dort jeder, gedacht sei das Portal als Plattform für Kontakte und Netzwerke, worüber sich Privatleute austauschen können. Und das unabhängig von den Projekten der Agentur Fameonme. 

„Wir vermitteln natürlich nur dahin, was wir auch betreuen – über casting.de können sich die Leute aus dem Bereich untereinander austauschen und Tipps geben.“ Stück für Stück werden sie das nun aufbauen, mit Katharina Letzner haben sie die erste Mitarbeiterin für diesen Bereich in Lüdenscheid.

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