Bienensterben im Fokus der Kreis-ÖDP

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Gregor und Ulrike Rohlmann, Obleute für Bienenweide, Umwelt- und Naturschutz beim Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker.

Lüdenscheid - Bunt statt grün, Artenvielfalt statt Monokultur: Anliegen und Ziele der Initiative „Blühendes Band durch unser Land“ brachten Gregor und Ulrike Rohlmann, Obleute für Bienenweide, Umwelt- und Naturschutz beim Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker, im Café-Restaurant Nattenberg Mitgliedern und Gästen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Kreisverband Märkischer Kreis nahe.

Nach der Begrüßung durch ÖDP-Schatzmeister Michael Langer und einer kurzen Vorstellung der Partei durch Claudius Bartsch (Kreisvorsitzender) machte Ulrike Rohlmann in ihrem engagierten Vortrag auf die gravierenden Verschlechterungen der Nahrungs- und Lebensbedingungen für alle blütenbesuchenden Insekten aufmerksam. Nicht nur um Honigbienen, sondern vor allem um Wildbienen und andere wildbestäubenden Insekten ging es in ihren teilweise sehr kritischen, aufrüttelnden Ausführungen.

„Viele Wildbienen sind bereits ausgestorben“, erklärte sie. Imker und Naturgärtner Gregor Rohlmann („Der eigentliche Experte“) beantwortete derweil bereitwillig Fragen aus dem Auditorium. Das Bienensterben – durch intensive Landwirtschaft, Pestizide, Monokulturen und die eingeschleppten Varroa-Milben verursacht – machte die Gymnasiallehrerin zum Ausgangspunkt ihres fundierten, reich bebilderten Vortrags.

Von kranken, vergifteten und hungernden Bienen war die Rede. Für kranke Bienen sei vorrangig die Varroa-Milbe verantwortlich. Neonikotinoide (hochwirksame Insektizide), mit denen die Bienen über Pollen oder „Schweißtröpfen“ der Pflanzen in Berührung kommen, hätten ähnlich dramatische Folgen. Nicht nur die Insekten, auch Vögel seien von den Giften betroffen. „Bienen verlieren ihren Orientierungssinn und finden nicht mehr zurück zu ihrem Stock.“

Auch die Gentechnik sprach Ulrike Rohlmann an. „Der Einsatz der Pestizide steigt ins Unermessliche.“ Dass Artenvielfalt – Stichwort hungernde Bienen – nicht nur lebenswichtig, sondern überlebenswichtig ist, betonte die Lehrerin nachdrücklich. „Es ist unser Traum, Nordrhein-Westfalen mit einem blühenden Band zu überziehen.“ Durch Monokulturen in der Landwirtschaft herrsche für Blütenbesucher im Sommer Nahrungsmangel. Jeder könne dazu beitragen, die Landschaft wieder bunt zu gestalten.

„Auch in der Landwirtschaft gibt es unheimlich viele Möglichkeiten.“ Nachahmenswerte Beispiele – öffentlich und privat – nannte sie zuhauf. Wichtig sei die Verwendung gebietseigener, mehrjähriger Saatgutmischungen. Mit einem Blick auf die Bienen-AG am Geschwister-Scholl-Gymnasium endete der ambitionierte Vortrag.

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