Wasser dringt ein und verursacht Schäden

BGL-Halle bleibt Baustelle: Bis zu sechs Wochen Verzögerung

Die Fertigstellung des BGL-Daches verzögert sich um Wochen. Die Stadt hat Ärger mit dem Dachdeckerbetrieb aus Norddeutschland.

Lüdenscheid - Die Hiobsbotschaft kam unerwartet: Kurzfristig hat das ZGW dem Bergstadt-Gymnasium mitgeteilt, dass sich die Eröffnung der BGL-Turnhalle um Wochen verzögert. „Ich bin einigermaßen fassungslos“, sagt BGL-Rektor Dieter Utsch.

Immer sei „alles im Zeitplan“ gewesen, also habe die Schule fest damit gerechnet, die Turnhalle nach den Weihnachtsferien wieder nutzen zu können. 

Am Freitag kam heraus: Seit Wochen hat die Stadt massiven Ärger mit dem beauftragten Dachdeckerunternehmen aus Norddeutschland und dessen Subunternehmer. „Die haben sich bereits in die Weihnachtsferien verabschiedet“, hat Dieter Utsch festgestellt. Verständnis hat er dafür nicht, rechnet vor: „Sechs Arbeitstage hätte die Firma noch im alten Jahr.“ 

Schlimmer noch als Untätigkeit: Durchs Dach dringe Wasser ein und verursache Schäden – und Folgekosten – in der Halle, am Inventar und sogar in der neuen Küche, die Vereine im Empfangsbereich fürs Catering nutzen könnten.

Solche Schäden würden festgehalten und kämen auf die Schadenersatzforderungen obendrauf, heißt es dazu bei der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW). 

Betriebsleiter Frank Kuschmirtz geht im Moment von sechs Wochen Verzögerung aus, zeigt Verständnis für die „sehr emotionale Reaktion“ des Schulleiters, sieht aber wenig Sinn darin, mit dem Fakt zu hadern: „Das ändert nichts daran, dass die Halle nicht pünktlich fertig wird.“ 

Für das ZGW sei die Nachricht nicht überraschend gekommen, räumt er ein. Für Bauleiter Andreas Beck ist seit Wochen klar: Die Baustelle sei unterbesetzt gewesen, der eintägige Wintereinbruch im Oktober habe gleich zu mehrtägiger Einstellung der Arbeiten geführt – das und anderes sei mehrfach moniert worden. Die Wasserschäden allerdings seien „nicht spektakulär“.

Es habe mehrere Rügen und Mängelschreiben gegeben und Schadenersatzforderungen, im Zweifel gebe es Gutachten, womöglich eine gerichtliche Auseinandersetzung – „die Arbeit haben wir dann hinterher“, sagt Frank Kuschmirtz, wirbt selbst um Verständnis und meint resigniert: „Die Lösungen gehen einem aus, wenn ein Unternehmer einfach nicht nachkommt.“ Der wisse, was ihm drohe, „und er hat seine Leute trotzdem in den Urlaub geschickt“.

All das hilft Dieter Utsch nicht weiter. Er kann nicht verstehen, dass eine Stadt, „die so am Limit ist“, bei der Fertigstellung einer dringend benötigten Halle keinen Druck ausüben könne. Auch für die, die Sport als Abi-Fach haben, läuft die Zeit ab. „Denen fehlen die Praxisteile“, weiß Utsch. 

Wegen der Fahrt in andere Sporthallen bleiben von 90 nur 50 Minuten Unterrichtszeit. Die Sportlehrer seien auch am Limit: „Im Rathaus würde sich sofort der Betriebsrat einmischen.“

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