Respekt: Morgens Abi, abends Premiere

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Das Bretterhaus-Ensemble spielt Kästners "Schule der Diktatoren" im Kulturhaus.

Lüdenscheid – Erich Kästners „Schule der Diktatoren“ ist ein gern gespieltes Stück, wenngleich auch keine leichte Kost. Das „Bretterhaus“-Ensemble des Bergstadt-Gymnasiums hat sich der Schule, in der Präsidenten „hergestellt“ werden, angenommen und bringt die Inszenierung am 5. und 6. Mai auf die Kulturhaus-Bühne.

Es wird eine ganz besondere Inszenierung, kann doch das BGL-Ensemble auf zehn Jahre „Bretterhaus“ zurückblicken. „Eingeladen sind ganz besonders alle Ehemaligen“, sagt Lehrerin Julia Pütz, „wir haben nicht alle erreicht. Wer also keine besondere Einladung bekommen hat, kann sich in der Schule melden. Der Förderverein sponsert uns zum Jubiläum eine Premierenfeier.“

Stolz sind die beiden begleitenden Pädagoginnen darauf, dass auch im zehnten Jahr das Ensemble funktioniert. Längst schon sind aus den Reihen der „Bergstadtisten“, der Theater-Arbeitsgemeinschaft der Jahrgänge sechs bis acht, Schauspieler nachgewachsen, haben sich im Ensemble integriert. Andere sind seit drei, vier Jahren mit viel Engagement dabei.

Julia Pütz: „Das sind Abiturienten, die am Tag der Premiere morgens ihre Abiturprüfung haben und abends auf der Bühne stehen.“ Während sie flüsternd ihre Schauspieler lobt, die an diesem Nachmittag zur mehrstündigen Probe ins Kulturhaus gekommen sind, spielen diese munter weiter: „Milde nach einem Attentat macht immer Eindruck“, sagt der „Diktator“, zum Missfallen der „großen Vier“, die die Staatsgeschicke wirklich lenken.

Eine Spritze befördert den in Ungnade Gefallenen ins Jenseits, aus den Reihen wird Nachschub rekrutiert. Kästners „Schule der Diktatoren“, nach dessen eigenen Worten ein Stück, das „chronische Aktualität aufweise, hat laut Pütz eine „gute Rollenanzahl“ und wird somit der Zahl der zur Verfügung stehenden Mitwirkenden gerecht.

Der Autor selbst hielt sein Stück für Satire, während andere von einer Karikatur der Realität sprachen. Eine perfide Diktatur wird durch eine „Schule der Diktatoren“ am Leben gehalten. Ein gewissenloser Professor lässt Doppelgänger des Diktators ausbilden. Sprache, Gestik, Aussehen müssen stimmen, um den Diktator nach dessen möglichem gewaltsamem Tod unverzüglich ersetzen zu können. Sogar das Gewicht muss passen. Wer zugenommen hat, wird disqualifiziert.

Vier Drahtzieher sorgen für den Systemerhalt: Der Kriegsminister, der Premier, der Leibarzt und ein Stadtkommandant – „Das Staatsinteresse verlangt es“. Zu Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ fallen auf der Bühne markige Parolen wie „Bildung ist staatsgefährdend“. Und dann ist da plötzlich „Nummer 7“ und der Plan, sich gegen das System aufzulehnen. Die Vorstellungen beginnen am Dienstag, 5. Mai, und Mittwoch, 6. Mai, jeweils um 19.30 Uhr im Kulturhaus.

Karten sind bereits an der Theaterkasse zu haben und kosten für Schüler 5,50 Euro und Erwachsene elf Euro. Die Familienkarte ist für 22 Euro zu haben. Eine Familienkarte umfasst zwei Erwachsene und zwei Kinder.

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