Beziehungsstreit: Freundin mit Schal erdrosselt

Detlef Rennwanz, Leiter der Mordkommission Hagen, Staatsanwalt Bernd Maas und Polizeisprecher Norbert Pusch (v. l.) klärten über die Hintergründe auf.

ISERLOHN7gÖPPINGEN ▪ In einer Wohnung in der Mendener Straße in Iserlohn ist in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai eine 32-jährige Frau erdrosselt worden. Die Spur des Mordfalles in der baden-württembergischen Klein-stadt Süßen bei Göppingen führte die ermittelnden Beamten nach Iserlohn.

„Das Paar hatte seinen Lebensmittelpunkt in Iserlohn“, bestätigte der Leiter der Mordkommission Hagen, Detlef Rennwanz, bei der Pressekonferenz der Iserlohner Polizei.

Mittlerweile stehe fest, dass sich die Tat so ereignet habe, wie der inzwischen inhaftierte Tatverdächtige sie gestanden habe. Am Abend des 5. Mai habe er sich mit seiner 32 Jahre alten Freundin heftig gestritten. Der Auslöser für die Auseinandersetzung soll der Wunsch der Frau gewesen sein, zurück zu ihrer Familie zu gehen. Aussagen zufolge sei es unter anderem auch um Geld gegangen. Die dreifache Mutter war im Raum Süßen verheiratet und verließ ihre Familie, um sich mit dem Tatverdächtigen ein neues Leben aufzubauen. Seit Mitte vergangenen Jahres wohnten die beiden zusammen in Iserlohn.

Am Morgen des 6. Mai hatte eine Anwohnerin neben ihrem Fahrzeug in Süßen, einer 10 000-Einwohner-Gemeinde, eine weibliche Leiche entdeckt. Die Frau wollte gegen 7.30 Uhr mit ihrem Pkw wegfahren, als sie die teils zugedeckte Tote neben der Beifahrertür sah. Den Untersuchungen der Ulmer Gerichtsmedizin zufolge ist die Frau erdrosselt worden. „Wir gehen davon aus, dass sie mit ihrem Schal, den sie um den Hals trug, erwürgt worden ist“, so Rennwanz.

„Er lieh sich wohl nach der Tat bei einem Freund ein Auto“, berichtete Staatsanwalt Bernd Maas. Seine Begründung sei gewesen, dass es seiner Freundin schlecht gehe und er sie in die Ambulanz bringen müsse. Das Angebot des Freundes, sie zu begleiten, lehnte der Täter ab. Er brachte die Leiche seiner Freundin nach Süßen und legte sie in den Garten ihrer Schwester. Am nächsten Morgen habe sich, so Maas, der 34 Jahre alte Mann bei der Schwester der Toten gemeldet, um ihr mitzuteilen, dass ihre Schwester tot in ihrem Garten liege. Auch seinen Chef informierte der gelernte Friseur über seine Tat.

Später hat er sich bei einem Rechtsanwalt in Geislingen gestellt, wo ihn die Polizei festnahm. Auch er hat familiäre Wurzeln im Göppinger Raum und war dort ebenfalls verheiratet. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. „Mord deshalb“, so Rennewanz, „weil das Gericht niedrige Beweggründe angenommen hat. Seine Freundin zu erdrosseln, weil sie wieder zu ihren Kindern möchte, sei ein niederer Beweggrund.

Ob der Tatort wirklich in Iserlohn liegt, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben. Die Polizei geht aber davon aus. Ob die blutähnlichen Spuren im Bereich des Schlafzimmers etwas mit dieser Tat zu tun haben, war zum Zeitpunkt der Pressekonferenz unklar, „sie könnten auch von einem vorherigen Streit stammen. Nachbar berichteten, dass in der Wohnung schon vorher laut und heftig gestritten wurde“. - von Vera Straub

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