Kontaktloses Bezahlsystem abgeschaltet

Bezahl-Wirrwarr bei der MVG: Im Bus nur Bares - aber bitte maximal mit einem 20-Euro-Schein

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Bargeld sollten Busnutzer immer dabei haben: Seit Januar gibt es keine andere Bezahlmethode mehr in den Bussen der MVG.

Lüdenscheid – Das Busticket kontaktlos bezahlen - diese Vorstellung hatte ein Kunde der MVG. Immerhin war das  Bezahlsystem Girogo bei seiner Einführung groß beworben worden. Doch der Busfahrer schüttelte diesmal nur den Kopf.

Mit der Einführung des Bezahlsystems Girogo (eine kontaktlose Bezahlfunktion auf der Sparkassen-Karte) schaffte die MVG (Märkische Verkehrsgesellschaft) in ihren Bussen bereits vor einigen Jahren einen ersten Schritt in Richtung bargeldloses Bezahlen. 

So war das System 2017 mit viel Vorschusslorbeeren gestartet worden: Absolut sicher: Bargeldloses Bezahlen ab sofort in MVG-Bussen

Doch - wie sich erst jetzt herausstellte - ist das seit dem 1. Januar 2019 vorerst schon wieder vorbei. Lediglich auf ihrer Internetseite hatte die Gesellschaft für begrenzte Zeit darüber informiert, dass das System nicht mehr zur Verfügung steht. 

Fahrtickets können nur bar erworben werden

Fahrtickets können also nur noch in bar erworben werden. Und das auch nur eingeschränkt: Denn angenommen werden im Bus nur Geldscheine bis einschließlich 20 Euro, 50 Euro und mehr würden nicht akzeptiert, erklärte die stellvertretende MVG-Pressesprecherin Marika Gomolka auf Nachfrage. Das sei insbesondere wegen des Wechselgeldes schwierig. 

Aber auch die andere Variante - mit zu viel Kleingeld - sorgte schon einmal für Ärger, wie diese Geschichte beweist: Fahrgast zahlt Busticket mit Münzgeld - dann greift er den Busfahrer an

Nahtloser Übergang zu neuem System war geplant

„Bargeldloses Bezahlen ist schon sinnvoll“, sagte Gomolka. Und eigentlich hätte das sogar in erweiterter Form bereits möglich sein sollen, wie MVG-Sprecher Jochen Sulies erläuterte. 

Denn geplant war ein nahtloser Übergang nach der Abschaffung von Girogo: Und zwar mit der Einführung eines sogenannten EC-Cash-Systems – ein Bezahlsystem für jede EC-Karte, wie es etwa im Einzelhandel üblich ist. Allerdings scheiterte die Umsetzung bislang an der Technik, heißt es. 

Es wird an "zeitgemäßerem Ticketerwerb" gearbeitet

Eine Angabe, wann das bargeldlose Bezahlen im Bus möglich sein wird, konnte die Pressestelle der MVG nicht machen. Darüber hinaus werde an einem „zeitgemäßeren Ticketerwerb gearbeitet“, etwa in Form elektronischer Fahrkarten. 

Dass eine bisher angebotene Service-Leistung plötzlich wegfalle, sei zwar schlecht, sagte Sulies. Nachfragen oder Beschwerden deshalb habe es bei der MVG selbst bisher aber kaum gegeben. 

Technik hätte ausgetauscht werden müssen

Noch 2017 hatten die Sparkasse und MVG den bargeldlosen Ticketkauf als Erfolgsmodell bewertet, „wir hätten das auch weitergeführt“, sagte Thomas Meermann, Marketingleiter der Sparkasse. Allerdings: Die Technik in den Bussen für Girogo müsse aus Sicherheitsgründen etwa alle zwei Jahre ausgetauscht werden.

„Das ist durchaus aufwendig“, weiß Meermann. Und weil die MVG ohnehin die Einführung eines neuen Systems plant, sei das zum Jahreswechsel nicht mehr durchgeführt worden. „Wir als Sparkasse würden natürlich beide Systeme unterstützen, das EC-Cash-System bietet aber mehr Möglichkeiten“, sagte Meermann.

Das sind Girogo und EC-Cash 

Bei Girogo handelt es sich um ein Prepaid-Verfahren, das die Sparkasse anbietet. Anders als per Lastschriftverfahren wird das Geld beim Bezahlen nicht direkt vom Konto abgebucht, sondern der Karteninhaber lädt ein entsprechendes Guthaben auf seine Karte, das bei Bedarf für kleinere Beträge verbraucht wird. 

Bei einemEC-Cash-System dagegen kann jede Karte eines Girokontos genutzt werden: Wie am Bankautomaten wird der Bezahlvorgang per Geheimzahl (Pin) autorisiert. 

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