Bewährungsstrafe nach Bandendiebstahl

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Lüdenscheid - Zu groß für die Tatwerkzeug-Sammlung der Staatsanwaltschaft war ein Lastwagen, der nach dem Einbruch in eine Spedition am Höhenweg nach Werdohl sichergestellt wurde.

„Der Lkw befindet sich nicht in der Asservatenkammer“, wusste Richter Thomas Kabus, ohne nachschauen zu müssen.Drei Männer hatten sich im Amtsgericht Lüdenscheid wegen eines schweren Bandendiebstahls zu verantworten: Allein der Schrottwert, der am 9. oder 10. Juni aus einer Lagerhalle weggeschleppten Edelmetalle lag bei 44.000 Euro. Der tatsächliche Schaden für das betroffene Unternehmen wurde allerdings auf 70.000 bis 100.000 Euro geschätzt: Das Bandmaterial hatte gelitten durch das Aufladen mit der auf dem Muldenkipper installierten Greifkralle. 

Die Angeklagten legten Geständnisse ab und wälzten die Hauptverantwortung auf einen unbekannten Drahtzieher in Düsseldorf ab, der ihnen auch den Laster mit gefälschten Kennzeichen zur Verfügung gestellt habe. Zwischen 5000 und 10.000 Euro hätten sie für die Vorbereitungen vor Ort und den Abtransport der Ware bekommen sollen. 

Laster in Rosmart abgestellt

Weil die Täter das Metall an einem Wochenende aufgeladen hatten, scheuten sie wegen des Wochenendfahrverbots für Lastwagen einen unmittelbaren Abtransport. Stattdessen fuhren sie in das benachbarte Industriegebiet in Rosmart, wo der Laster bis zum Montagmorgen stehen blieb. 

Der Eigentümer des gestohlenen Gutes hatte auf Videoaufzeichnungen gesehen, dass sich das verdächtige Fahrzeug nicht in Richtung Autobahn entfernt hatte. Die Suche nach dem Muldenkipper hatte Erfolg. Und so erwartete die Polizei die Diebe, als sie am Montagmorgen mit einem Auto vorfuhren, um den Laster abzuholen. Seitdem hatte das Trio in Untersuchungshaft gesessen. 

Bewährungs- und Geldstrafen

Der 53-jährige Haupttäter begründete seine Teilnahme an dem Diebstahl mit einer Herzoperation seiner Tochter, die er habe finanzieren wollen. „Die Hinterleute hat er nicht genannt, weil er Angst hat“, erklärte sein Anwalt. 

Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und leitete damit die Entlassung aus der Haftanstalt ein. Außerdem muss der 53-Jährige eine Geldauflage von 2000 Euro zahlen. Er kündigte an, seine Brötchen zukünftig in Süddeutschland verdienen zu wollen und als Bäcker zu arbeiten. 

Für die beiden Mitangeklagten, deren Tatbeiträge geringer waren, gab es ebenfalls Bewährungsstrafen von einem Jahr und acht Monaten sowie einem Jahr und sechs Monaten. Die Diebe seien „planmäßig und mit hoher krimineller Energie“ vorgegangen. „Das Gericht geht von einer Rückkehr nach Mazedonien aus“, verabschiedete Richter Thomas Kabus die beiden jüngeren Diebstahlstouristen. 

Und es gab noch eine Kleinigkeit zu verkünden, die im günstigsten Fall den unbekannten Drahtzieher des Einbruchs trifft: „Der Lastwagen wird eingezogen.“

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