Betrug mit Karte für BVB gegen Schalke

LÜDENSCHEID - Zu einem mindestens kleinen Alptraum wurde für einen jungen Fußballfan der Wunsch, ein Lokalderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke zu erleben. 85 Euro überwies er einem Anbieter bei eBay für die Karte, doch diese wurde niemals an ihn abgeschickt.

Als „Tattag“ hielt die Staatsanwaltschaft den 29. Januar 2011 fest. Gestern musste sich der 42- jährige Betrüger vor Gericht verantworten. Sein umfassendes Geständnis galt auch für ein weiteres Betrugsdelikt: Am 14. Mai 2010 hatte er Waren im Wert von gut 258 Euro bestellt, obwohl er wusste, dass er diese nicht würde bezahlen können. „Ich räume die Taten ein“, gestand der 42-Jährige, monierte aber den großen Empfang vor einem Schöffengericht. „Ein Amtsrichter hätte gereicht.“ Zudem beantragte er die Einstellung des Verfahrens, da er sich seit Juli 2011 in Strafhaft befinde. Im Oktober 2010 hatte ihn das Amtsgericht Lüdenscheid wegen Urkundenfälschung, gewerbsmäßigen Betruges und Computerbetruges in 13 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Die Bestellung von Waren im Wert von 258 Euro ging dieser Verurteilung voraus und hätte das Strafmaß nicht mehr nennenswert in die Höhe getrieben. Dieses Verfahren wurde deshalb vorläufig eingestellt. Wenig Verständnis zeigte die Staatsanwaltschaft Hagen aber dafür, dass der Angeklagte nach dem dicken Urteil genauso weitermachte wie zuvor und den jungen Fußballfan um die erhoffte Eintrittskarte brachte: „Der Angeklagte hat die letzten zehn Jahre als Berufsdieb und Berufsbetrüger verbracht“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer mit Blick auf die lange Vorstrafenliste des Angeklagten, die bei weiteren Betrügereien keinerlei Gedanken an eine mögliche Bewährungsstrafe mehr aufkommen lassen. Richter Jürgen Leichter tröstete den 42-Jährigen nach dem Urteil von drei Monaten ohne Bewährung: Diese fielen gegenüber den aus dem alten Urteil noch zu verbüßenden gut zwei Jahren doch gar nicht sehr ins Gewicht.

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