„Kiddz-Farm“ gescheitert

„Kiddz-Farm“ gescheitert - Neue Konzepte gesucht

Die Kidzz-Farm: Die Initiatoren haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben und suchen nach alternativen Konzepten.

Lüdenscheid - Der Plan, eine Betriebskindertagesstätte am Freisenberg einzurichten, ist in der geplanten Form gescheitert. Meike Schmidt, Geschäftsführerin des Schalksmühler Unternehmens Lumberg, ist nach wie vor von der Idee einer Betriebskita überzeugt.

„Für mich ist das Projekt noch nicht gestorben“, erklärt die Unternehmerin, die von einem frühen Zeitpunkt an Mitglied der Projektgruppe „Kiddz-Farm“ war. „Wir müssen weiter nachdenken und nach anderen, praktikableren Konzepten suchen.“

Damit zieht Meike Schmidt aus den Erfahrungen der vergangenen Monate ein anderes Fazit als Monika Eckmann, Leiterin des Kinderbetreuungsvereins „Spielmäuse“. Für den Verein sei das Projekt gestorben, hatte Monika Eckmann im Gespräch mit den LN erklärt. Hinzugefügt hatte die Einrichtungsleiterin, dass zu Beginn der Planung die ortsansässigen Firmen von der Idee begeistert gewesen seien – am Ende seien aber nur 15 bis 16 der nötigen 30 Kita-Plätze nachgefragt worden.

Diesen Seitenhieb gegen die heimischen Unternehmen und ihren Einsatz will Meike Schmidt nicht unkommentiert stehen lassen. „Das sehe ich anders. Ich habe in wochenlanger Kleinarbeit ‘Klinken geputzt’ und jedes Unternehmen in der Region angesprochen. Im Endeffekt war die Nachfrage nach Kita-Plätzen aber schlichtweg nicht groß genug“, berichtet Meike Schmidt. Mit mangelndem Interesse und Engagement der angefragten Firmen habe das nach ihrer Meinung jedoch nichts zu tun. „Engagement war nicht das Problem. Wir mussten, um starten zu können, rund 30 Kinder zusammenbekommen. Mittelfristig hätten es rund 60 Kinder sein müssen, damit sich die Kita trägt. Das ist einfach viel. Zu viel für Lüdenscheid und die Umgebung.“

Zu den Hintergründen: Die „Ideenschmiede“ stellte das Projekt „Kiddz-Farm“ im Juni 2012 einer breiten Interessengruppe vor. Das Ziel: eine betriebsnahe Kinderbetreuung für die Mitarbeiter der in der Region ansässigen Unternehmen. Der erste Businessplan wurde von der Projektgruppe, aus dem sich die „Ideenschmiede“ zu diesem Zeitpunkt langsam zurückzog, abgelehnt. „Der Plan passt einfach nicht zu den Begegebenheiten hier vor Ort und dem, was wir uns vorgestellt hatten.

 Deshalb haben wir in der Projektgruppe beschlossen, in der Region nach bereits erfolgreich laufenden Projekten zu suchen, um uns zu informieren“, erinnert sich Meike Schmidt. Zu diesem Zeitpunkt seien auch die „Spielmäuse“ zur Projektgruppe gestoßen. Die Firma „Kita Hegemann“ hatten die Planer als potenziellen Träger der Betriebskita ins Auge gefasst. „Es lief. Die Architekturpläne waren ausgearbeitet, das Konzept der Hegemanns hatten wir übernommen. Wir hatten ein Grundstück in Aussicht. Und die Gespräche mit der Stadt liefen auch. Zudem hatten wir mit dem Übergang der ‘Spielmäuse’ von einem privaten Verein in die ‘Kiddz-Farm’ die Erzieherinnen und die operative Leitung mit Monika Eckmann an Bord“, erklärt Meike Schmidt.

Nachdem das Gesamtkonzept der „Kiddz-Farm“ stand, wurde vor dem Projektst art eine Bedarfserhebung in den interessierten Unternehmen durchgeführt. Im Ergebnis reifte dann die Erkenntnis, dass die Nachfrage in den Unternehmen nicht ausreiche, um das Projekt tatsächlich zu starten, erklärt Meike Schmidt. Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass dieses Projekt irgendwann wieder aufgegriffen werde – je nachdem, wie sich die Bedürfnisse der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter in der Region verändern. - von Maike Förster

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