Bittere Pille für Stefan Lunkenheimer

Betreiber des Restaurants "Schmackofatz im Lünsch" ist insolvent

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Ein Wiedersehen wird es im „Schmackofatz im Lünsch“ an der Altenaer Straße wohl nicht mehr geben. Am Montag musste der Lüdenscheider Betreiber Stefan Lunkenheimer das Restaurant und Koch-Klub wegen Insolvenz schließen.

Lüdenscheid - Nach etwas mehr als neun Monaten ist Schluss im „Schmackofatz im Lünsch“: Am Montagnachmittag musste der Betreiber Stefan Lunkenheimer sein Restaurant mit Koch-Klub schließen. „Zwei Gläubiger haben nicht mehr länger stillgehalten“, sagt der 45-Jährige.

Dabei sei es zuletzt mit dem Betrieb bergauf gegangen. Nun läuft das Insolvenzverfahren.

Die Stimmung sei miserabel. „Mein Lebenstraum geht den Bach runter“, sagt Lunkenheimer gegenüber den LN. Anfang des Jahres eröffnete er an der Altenaer Straße 168 das Restaurant „Schmackofatz“ mit dem Plan, nicht nur den Gastronomiebetrieb zu leiten, sondern auch rund 120 Kochkurse über das Jahr verteilt anzubieten. „Wir hatten im Januar und Februar einen guten Start, danach kam eine Delle. Jetzt lief es gerade richtig gut, aber die beiden Gläubiger waren zu keinen Kompromissen mehr bereit.“

Ab 16.15 Uhr ging am Montag im Restaurant nichts mehr – die Stadtwerke hatten den Strom abgestellt. „Wir wussten bereits seit Donnerstag, dass nun definitiv Schluss ist. Aber wir haben noch versucht, was zu retten, einen Rettungsballon zu starten und Geld aufzutreiben“, berichtet Lunkenheimer. Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter und den Stadtwerken habe er versucht, noch eine Lösung finden. „Der Insolvenzverwalter wollte den Betrieb auch weiter laufen lassen, weil er gesehen hat, dass wir in Zukunft profitabel hätten arbeiten können. Aber der zweite Gläubiger wollte sich nicht auf Ratenzahlungen einlassen.“

Stefan Lunkenheimer beschäftigte zuletzt vier Vollzeitmitarbeiter und einen Auszubildenden. „Durch das offizielle Insolvenzverfahren sind die Mitarbeiter noch bis Mitte oder Ende November abgesichert. Wegen unserem Azubi wird mit der IHK gesprochen, ob es einen Alternativbetrieb für ihn gibt.“ Sein Team habe toll mitgezogen, auch in der schweren Zeit.

Lunkenheimer selbst möchte wieder normal ins Arbeitsleben einsteigen und als angestellter Koch arbeiten. „Ich starte direkt mit dem Bewerbungen schreiben, um möglichst zeitnah etwas Neues zu finden. Ich möchte versuchen, den Schaden, den ich verursacht habe, soweit es mir möglich ist, zu kitten. Ich möchte meinen Beitrag leisten, das Ganze halbwegs erträglich abzuschließen.“

Seit er über Facebook die Schließung von „Schmackofatz“ bekannt gab, erreichen ihn zahlreiche Rückmeldungen von Kunden. „Das ist für mich sehr emotional. Bei Facebook gibt es gerade extrem viel Ermunterung, und die Leute schreiben, wie schade es ist und wie toll es bei uns gewesen ist.“

Den Betrieb selbst darf Lunkenheimer nun nicht mehr betreten – der Eigentümer sprach ein Hausverbot aus. „Das ist seine Art. Dem muss ich Folge leisten. Das Ganze wird nun über den Insolvenzverwalter gehen.“ Das gilt auch für bereits ausgestellte Gutscheine. „Ich möchte versuchen, dass diejenigen ihr Geld zurückerhalten, aber das liegt nicht in meiner Macht.“

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