111 Dinge (68): Ein Besuch auf der Minigolfbahn beim Sportkrankenhaus Hellersen

Ein kleines Idyll unter Bäumen auf dem Gelände des Sportkrankenhauses in Hellersen: die Minigolfanlage, auf der Besucher auf 18 Bahnen spielen können.

LÜDENSCHEID - Geradeaus laufen geht, ohne darüber nachzudenken. Auch das Fahrrad in einer Linie immer nach vorn zu lenken, ist eine Sache, die keine Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Die Minigolfanlage auf dem Gelände des Sportkrankenhauses Hellersen wird vom Miniaturgolfclub 62 Lüdenscheid betrieben. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 20 Uhr. Letzte Ausgabe von Schlägern und Bällen ist um 19 Uhr. Kosten je Runde: 2,50 Euro für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche. Die Runde, für die etwa eine Stunde eingeplant werden sollte, geht über 18 Bahnen mit Bezeichnungen wie „Rechter Winkel“, „Doppelwelle“ oder „Banane“. Im Jubiläumsjahr – der MC 62 wird 2012 50 Jahre alt – hat der Club die Bahnen renoviert.

Ebenso wenig, wie einen Ball geradeaus zu werfen – es muss ja nicht mit voller Kraft sein – oder – kurzes Einspielen vorausgesetzt – ein gerader Stoß einer Billardkugel auf dem grünen Tuch. Eigentlich bereitet es also keine Schwierigkeiten, mit was auch immer strack nach vorn die Richtung einzuhalten. Mit was auch immer? Stimmt fast – wenn da bloß nicht die Kombination aus Minigolfschläger und -ball wäre.

Vom Abschlag bis zum Loch ist es oft eine gerade Linie. Also müsste doch gar nicht so viel dabei sein, den Ball auf einer der 18 Bahnen der Minigolfanlage in Hellersen abzulegen, ruhig Maß zu nehmen und dann mit einem Schlag zumindest die Nähe des Ziels zu erreichen. Soweit die Theorie. In der Praxis folgt nach dem Ausleihen von Schlägern und Körbchen mit vier Bällen im „Büdchen“ neben der Anlage auf dem Gelände des Sportkrankenhauses jedoch ein erster Abschlag, der den Gelegenheits-Minigolfer die Augen zusammenkneifen und den Mund verziehen lässt. Von wegen geradeaus – der Ball schießt etliche Grad neben der gedachten Linie über die weiße Bahn und knallt frontal mit dem Elan eines rasenden Ziegenbocks, der es seinem Konkurrenten mal so richtig zeigen will, gegen das erstbeste Hindernis: Rumms!

Solche Fehlleistungen müssen aber nicht das Vergnügen an einer Runde auf dem Minigolfplatz verleiden. Schließlich strahlen die Bahnen nach der Renovierung im Frühjahr 2012 im neuen Glanz und ermöglichen präzises Spiel – die nötige Ruhe und Konzentration vorausgesetzt. Wie die Konzentration aussieht, zeigen regelmäßig die Vereinsspieler des MC 62 Lüdenscheid, die auf ihrer Heimbahn trainieren: Ganz in die Aufgabe versunken, verharren sie bewegungslos, den Schläger knapp hinter dem Ball. Dann kommt eine sanfte Bewegung, der Ball rollt los – und findet wie an der Schnur gezogen den Weg Richtung Ziel. Doch haben die „Profis“ auch ganz andere Möglichkeiten mit ihren Taschen, in denen sich schon mal 60 Minigolf-Bälle befinden. Wie bei den Westdeutschen Minigolf-Meisterschaften auf Eternit-Bahnen zu sehen, die der MC 62 in Hellersen ausgerichtet hat.

Nach der Runde bietet sich noch die Gelegenheit, eine Erfrischung am Anlagen-Kiosk zu kaufen und von der ruhig gelegenen Anlage aus einen kleinen Spaziergang zu machen. Und dabei ist es auch egal, ob es nicht immer ganz geradeaus geht. Axel Krüger

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