Mit 40 D-Mark auf der Suche nach dem Glück

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Peter Prange las im ausverkauften Saal der Stadtbücherei.

Lüdenscheid – Am Mittwoch, 18. März, flimmert der erste Teil der Trilogie des Romans „Unsere wunderbaren Jahre“ von Peter Prange über die ARD-Mattscheibe – eine Geschichte, die in Altena spielt. Im Vorfeld der Film-Premiere war der Autor, der seit vielen Jahren mit seiner Familie in Tübingen lebt,  auf Einladung der Freunde der Stadtbücherei in Kooperation mit Century 21 Bruchhage Immobilien im Saal der Stadtbücherei zu Gast.

Wegen der anstehenden Verfilmung ging es an diesem Abend dann auch nicht um das aktuelle Werk des Autors, den aus zwei Bänden bestehenden Roman „Eine Familie in Deutschland“, sondern um „Unsere wunderbaren Jahre“, ein Werk, das Prange selbst als sein persönlichstes ansieht.

Die Fans des Bestsellerautors zeigten keine Angst vor dem Coronavirus und ließen sich den Spaß an dem literarischen Abend nicht verderben: Die Veranstaltung war mit 94 Besuchern ausverkauft. Die Lesung Peter Pranges in der Bücherei Plettenberg wurde gestern abgesagt. Wie schon bei seiner letzten Lesung in Lüdenscheid im November 2017 erwies sich Peter Prange als Erzähler unterhaltsamer Geschichten und Anekdoten. Sie machten die komplette erste Hälfte des Abends aus, bevor es zur eigentlichen Lesung kam. Im Anschluss an den Trailer zur Romanverfilmung schilderte der Autor, wie es zur Romanidee kam und wie sich die Verfilmung quasi parallel zum Roman entwickelte.

„Die Idee kam mir am 2. Januar 2002, als alle das erste Mal mit dem neuen Euro bezahlen konnten“, erinnert sich Prange, dem damals die Parallelen zur Währungsreform im Jahr 1948 auffielen: „Diese beiden Ereignisse sollten die Eckpunkte für meine Geschichte sein. Ich fand es interessant, was die einzelnen Menschen nach der Währungsreform aus ihren 40 D-Mark machen und wie sie ihre Talente einsetzten, um ihr Glück zu finden.“ Noch bevor überhaupt eine Zeile des Buches geschrieben war, habe er mit dem UFA-Produzenten Benjamin Benedict („Unsere Mütter, unsere Väter“, „Charité“) über eine Verfilmung des Stoffes gesprochen.

Dennoch habe die Idee dann zehn Jahre lang in der Schublade gelegen, bis der Autor nach dem Tod seiner Mutter auf einen Stapel Liebesbriefe seiner zu deren Entstehungszeit blutjungen Eltern stieß. „Meine Eltern aus einer ganz anderen Perspektive als junge, verliebte Menschen zu erleben, die wie mit einer Stange in ihrer ungewissen Zukunft stochern, haben mich dazu inspiriert, endlich diesen Roman zu schreiben“, erinnert sich der Autor.

Er bezeichnet „Unsere wunderbaren Jahre“ als Buch seines Lebens: „Meine Eltern haben mir aus dem Jenseits diese Geschichte geschenkt.“ Am Filmset traf er dann quasi seine Mutter in Gestalt von Schauspielerin Katja Riemann wieder, die auf sein freundliches „Hallo, Mama“ ihres zehn Jahre älteren „Sohnes“ ein wenig überraschend reagiert habe. Auch Prange selbst übernahm eine kleine Rolle im Film, und habe dem von ihm intonierten Satz „Das ist Verleumdung!“ spontan und ungeplant noch einen weiteren hinzugefügt, wie der Autor verriet: „Welcher Satz das ist, sage ich hier nicht, dafür müssen Sie sich den Film anschauen.“

Im Rahmen der Lesung erhielten die Zuhörer unter anderem Einblick, wie ein Major der britischen Besatzungsmacht mit Knickebein, einem Cocktail aus rohem Eigelb und Branntwein, dazu überredet wurde, das allseits geschätzte Altenaer Schützenfest nicht abzublasen. Im Anschluss an die amüsante Lesung konnten sich die Fans noch Bücher signieren lassen und einige persönliche Worte mit dem Autor wechseln.

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