Bestattungen am „Fuße des Baumes“ nehmen zu

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Auf dem Waldfriedhof Loh mehren sich die Urnenbestattungen, unter anderem „am Fuße eines Baumes“. Neupflanzungen sorgen dafür, dass der Nachfrage auch entsprechend nachgekommen werden kann. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der Baumbestand auf dem Waldfriedhof Loh nimmt nach und nach wieder zu, nachdem der Orkan Kyrill vor fünf Jahren eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte. Die Aufforstung hat auch den Hintergrund, dass die Nachfrage nach Urnenbestattungen „am Fuße des Baumes“ steigt, sagt Hans Kreinberg vom STL.

„Wir kommen diesem Trend nach und strukturieren abgelaufene Wahlgrabfelder zum Teil um. Dort können dann zum Beispiel Beisetzungen an Bäumen erfolgen. Langfristig müssen wir auch daran denken, dass der noch vorhandene Altbaumbestand leidet. Wenn Bäume krank werden und drohen, umzukippen, müssen sie gefällt werden. Um den Charakter des Waldfriedhofes zu erhalten, müssen wir für Ersatz sorgen.“

Im vergangenen Jahr wurden rund 60 Urnenbestattungen an Bäumen vorgenommen. Je nach Standort können bis zum maximal zwölf Bestattungen dieser Art rund um einen Baum erfolgen. „Für die Angehörigen eines Verstorbenen, die sich zum Teil nicht mehr um die Grabpflege kümmern können, ist dies eine Variante, die häufiger gewählt wird. Allerdings darf um den Baum, an dem auf einem Schild der Name des Verstorbenen sowie Geburts- und Sterbedatum angebracht sind, kein Grabschmuck abgelegt werden. Die Gestaltung des Grabfeldes soll ja die Natur übernehmen“, betont Hans Kreinberg. Eine eigene Andachtsstätte ist aber eingerichtet, an der auch Blumen abgelegt werden können.

Der Waldfriedhof Piepersloh hat eine Gesamtfläche von rund 58 000 Quadratmetern mit rund 4000 Gräbern. Für die Kriegsgräber rund um das große Kreuz gilt ein ewiges Ruherecht. Für Urnenbeisetzungen gilt eine Ruhezeit von 25 Jahren. Innerhalb dieser Zeit kann ein Grab nicht neu belegt werden. Bei Erdbestattungen sind es 30 Jahre.

„Die Sargbeisetzungen sind stets rückläufig. Urnenbestattungen nehmen nicht zuletzt aufgrund des geringeren Grabpflegeaufwandes für die Hinterbliebenen zu. Auch das Kolumbarium oder Grabstätten mit Namensplatten kommen dem entgegen.“ ▪ red

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