Verbraucherzentrale: Besserer Schutz vor Abzocke

Michael Lücker

Lüdenscheid - Mit einem neuen digitalen und differenzierten Erfassungssystem will die Verbraucherzentrale alle Verbraucher künftig noch besser vor Abzocke und Problemen bewahren – was angesichts des Ärgers vieler Ratsuchender nur wünschenswert ist.

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Die neue Statistik stellte Umweltberater Michael Lücker bei der Präsentation des Jahresberichts 2012 der Lüdenscheider Beratungsstelle vor: „Seit Anfang 2012 haben alle 16 Verbraucherzentralen der Länder ihre Beratungsstellenstatistik umgestellt: Anstatt wie bislang Verbraucherkontakte zu zählen, werden nunmehr Verbraucheranfragen erfasst.“ Als wesentliche Verbesserung gehe damit eine deutlich präzisere Erfassung von rechtlichen Verbraucheranfragen einher. Denn die Anfragen würden jetzt nach EU-weit einheitlichen Merkmalen dokumentiert, um so statistische Informationen über Verbraucherprobleme in bestimmten Märkten sowie über Firmen, die zu Beschwerden Anlass geben, zu gewinnen. „Ganz neu ist, dass wir jetzt auch die Anbieter erfassen, so dass sich dank der Vernetzung sowohl regional als auch bundesweit agierende schwarze Schafe schnell herauskristallisieren“, sagte Lücker.

Ziel sei es, diese Daten dann – auf Bundesebene ausgewertet – als Grundlage für eine wirksame Interessenvertretung gegenüber Politik und Gesetzgeber zu verwenden. Außerdem seien sie Basis für das Europäische Verbraucherbarometer der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der EU-Kommission, zu dem ab 2013 auch Deutschland Daten zuliefert. „Mit dem alten System war das nicht möglich.“

Weil bei der bisherigen Statistikführung mit einer Verbraucheranfrage sehr häufig mehrere Kontakte verbunden waren und gezählt wurden, ergeben sich laut Lücker durch die methodische Umstellung auf die Erfassung von Anfragen – bei gleich bleibender Arbeitsbelastung – niedrigere Gesamtzahlen als bislang.

Verbraucherkontakte, die die Verbraucherzentrale NRW bis Ende 2011 erhoben hat, sind somit nicht mit den Zahlen der Verbraucheranfragen ab 2012 und Folgejahre zu vergleichen.

In ausgewählten Beratungsstellen habe die Verbraucherzentrale NRW alte und neue Statistik parallel geführt, um die Auswirkungen der umgestellten Zählweise abschätzen zu können: Bei gleicher Nachfrage- und Arbeitssituation entsprechen 10.000 bisher gezählte Kontakte in der neuen Statistik nun 8000 Anfragen. - wok

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