Auch wegen der moderneren Kommunikationswege

Besonderes Phänomen im MK: Mehr Beschwerden über Polizisten

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Symbolfoto

Lüdenscheid – In NRW ist die Zahl von Beschwerden gegen Polizeibeamte leicht gesunken. Anders sieht das in einer Stadt im MK aus - dort hat sich die Zahl nahezu verdoppelt.

Die Zahl von Beschwerden gegen Polizeibeamte ist 2018 im NRW-Durchschnitt leicht gesunken – von 4216 auf 4149 bei landesweit rund 4,83 Millionen Einsätzen. Der Rückgang der Zahlen trifft auf 31 der 47 Polizeibehörden im Land zu. 

In der Reihe der 16 Behörden, in denen sich Bürger häufiger als im Vorjahr über das Verhalten von Polizisten beschwert haben, nimmt die Polizeibehörde im Märkischen Kreis allerdings den Spitzenplatz ein. Lagen 2017 im Kreis noch 28 Beschwerden vor, so hat sich die Zahl im Jahr darauf mit 51 nahezu verdoppelt. 

"Äußerungen von Unzufriedenheit"

Das geht aus einer Statistik hervor, die NRW-Innenminister Herbert Reul jetzt an die Mitglieder des Innenausschusses des Landtages geschickt hat. Beschwerden sind laut Bericht des Ministers demnach „Äußerungen von Unzufriedenheit, die auf negativ empfundene Verhaltens- bzw. Verfahrensweisen oder Zustände im polizeilichen Kontext hinweisen“. 

NRW-weit wurden 2018 rund sieben Prozent der Beschwerden als begründet deklariert, im Märkischen Kreis jedoch nur etwas mehr als 1,5 Prozent. Die Anlässe für Eingaben von Bürgern sind vielfältig. 

Nach Angaben von Kreis-Polizeisprecher Christof Hüls beschweren sich Bürger wegen Unfreundlichkeit von Beamten, wegen Untätigkeit oder weil sie sich – etwa bei Platzverweisen oder Festnahmen – ungerecht behandelt fühlen. „Wir registrieren aber auch Forderungen nach mehr Tempokontrollen oder Verkehrserziehung in Schulen.“ 

Neue Nachrichtenwege machen es einfacher

Ob es sich im Einzelfall tatsächlich um eine Beschwerde handelt oder um eine Anregung, sei „manchmal schwierig einzusortieren“. Dass die Zahl von Beschwerden im Kreis gestiegen ist, begründet Hüls unter anderem mit neuen Nachrichtenwegen. „Es ist halt einfacher, uns eine Mail zu schicken als zu telefonieren oder sogar die Wache zu besuchen.“ 

Von den 51 Beschwerdeverfahren wurden laut Statistik 46 Fälle abgeschlossen, davon 35 durch Antwortschreiben und elf durch persönliche Gespräche. 

Die Erhebung erfasst laut Innenministerium keine zivil-, disziplinar- oder strafrechtliche Angelegenheiten. Strafrechtliche Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft kommen nach Worten deren Sprechers, Dr. Gerhard Pauli, „immer mal wieder vor“. Doch die Zahl sogenannter Amtsträgerverfahren „hat sich in den vergangenen Jahren nicht erhöht“.

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