Tradition seit 25 Jahren

Anwohner dieser Straße feiern Heiligabend mit den Nachbarn - mit allen!

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Bis zu 100 Anwohner kommen  für eine Stunde zusammen. 

Lüdenscheid - Alle Jahre wieder… finden sich am 24. Dezember die Anwohner der Den-Helder-Straße im Carport von Familie Zimmer zum „Heiligabendtreffen“ zusammen. Seit 25 Jahren wird diese Tradition bereits aufrechterhalten, an der bis zu 100 Nachbarn teilnehmen.

Peter Zimmer erinnert sich daran, wie alles begann: „1992 haben wir hier gebaut und sind im Juli des nächsten Jahres eingezogen. Damals gab es kaum Häuser in der Straße“. Erst ein Jahr später füllte sich das Neubaugebiet mit Leben. 

Da sich die meisten neuen Anwohner noch nicht kannten, dachte er sich „wir müssten unseren neuen Nachbarn doch mal schöne Weihnachten wünschen“. Um nicht an jedem Haus klingeln zu müssen, schrieb Peter Zimmer eine Einladung, die er kopierte und in alle Briefkästen warf. 

Um 14 Uhr sollten sich die Nachbarn auf der Wendeplatte vor dem Haus mit der Nummer 27 treffen. „Es kamen tatsächlich nicht wenige Leute“, sagt der Initiator. Einige brachten sogar Plätzchen mit oder etwas zu trinken. Die handgeschriebene Einladung von damals wurde zur Erinnerung laminiert und aufbewahrt.

Beim zweiten Treffen im folgenden Jahr wurde allen Besuchern Glühwein und Plätzchen angeboten. Damit auch der Gottesdienst am Nachmittag noch besucht werden kann, wurde die Zeit für das Heiligabendtreffen von 13.30 bis 14.30 Uhr festgelegt. 

Schließlich zog man im dritten Jahr dann von der Wendeplatte in den Carport der Familie Zimmer, um sich bei Schnee oder Regen unterstellen zu können. Von Mal zu Mal fanden sich mehr Nachbarn bei den weihnachtlichen Treffen ein. Die Einladungen wurden professioneller gestaltet und nicht nur in der Den-Helder-Straße, sondern auch in der näheren Nachbarschaft, wie der Paracelsus-, Romilly- und Leuvenstraße, verteilt.

Alljährlich lädt Familie Zimmer in ihrem Carport die Nachbarschaft zum traditionellen Heiligabendtreffen ein.

„Wir haben uns bei unserem Nachbarn Martin Sturm getroffen und mit ihm Liedermappen erstellt, die dann unterm Carport gesungen wurden“, erzählt Peter Zimmer. Die musikalische Unterstützung endete jedoch mit dem Tod des Musikers. „Jetzt singen wir weiterhin vier bis fünf Weihnachtslieder ohne Gitarrenbegleitung“.

Mittlerweile wurde ein eigener Glühweinkocher gekauft und es gibt keine Einladungszettel mehr. Stattdessen weist ab Anfang Dezember ein großes Schild am Anfang der Straße auf den Heiligabendtreff hin, und ein Banner wird direkt am Carport angebracht. Eigentlich wird gar kein Hinweis mehr benötigt, denn der Termin ist zur nachbarschaftlichen Tradition geworden. „Es kommen jedes Jahr 60 bis 70 Leute“, weiß Pamela Zimmer. „Es waren aber auch schon rund 100 Leute hier."

Spenden für's Kinderhospiz

Um nicht ganz so viel Arbeit zu haben, wurden die Nachbarn gebeten, eigene Becher für den Glühwein mitzubringen. Das erleichtert die anschließende Spülarbeit. Seit dem 20. Treffen stellen die Nachbarn auch ein Sparschwein auf, um Geld für den heißen Wein und die Plätzchen zu sammeln, damit nicht alles von der ausrichtenden Familie finanziert werden muss. „Das Geld haben wir dann noch aufgestockt und dem Kinderhospiz in Olpe gespendet“, sagt Peter Zimmer. Die Spenden zum diesjährigen 25. Jubiläumstreffen sollen ebenfalls dieser Einrichtung zugutekommen.

Nicht nur die Nachbarschaft findet sich alljährlich am Heiligen Abend zusammen. Pamela Zimmer: „Auch ehemalige Anwohner, die damals noch Kinder waren und längst weggezogen sind, kommen gerne zu Weihnachten wieder hierhin.“ Die weiteste Anreise hatte im vergangenen Jahr ein Ex-Nachbar, der aus der Türkei zu Besuch kam.

Doch nicht nur zum Weihnachtsfest finden sich die Nachbarn zusammen. „Wir treffen uns zu Spielabenden, feiern Geburtstage zusammen oder grillen im Sommer“, freuen sich die Zimmers, die mit ihrer Idee aus Nachbarn Freunde gemacht haben.

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