SGV besiegelt das Ende fast aller seiner Ruhebänke

LÜDENSCHEID ▪ Der SGV wird im nächsten Jahr damit beginnen, die meisten seiner derzeit 92 Ruhebänke an Wanderwegen in und um Lüdenscheid ersatzlos abzubauen. Verschärfte Bestimmungen in puncto Sicherheit auf der einen sowie personelle und wirtschaftliche Probleme der SGV-Abteilung auf der anderen Seite ließen keine andere Möglichkeit zu, sagte die stellvertretende Vorsitzende Angelika Tebs.

Ob Sport- oder Verkehrsvereine, Kommunen oder eben der SGV – wer Ruhebänke an öffentliche Wanderstrecken stellt, muss deren sicheren Gebrauch gewährleisten. Der Hauptgeschäftsführer des SGV in Arnsberg, Frank Rosenkranz, sagte gestern im LN-Gespräch: „Das ist nicht neu.“ Relativ neu sei aber, dass die Hemmschwelle von Wanderern, wegen der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht bei Gericht zu klagen, ständig absinke. „Wir empfehlen daher unseren SGV-Abteilungen, alle Bänke einmal jährlich durch einen Fachmann begutachten zu lassen.“ Vielfach höre er von Sorgen, dass einzelne Vereine das nicht leisten könnten.

Was die Lüdenscheider Abteilung angeht, liegt Rosenkranz mit dieser Einschätzung richtig. Wie Angelika Tebs sagt, gebe es „schon seit Jahren keinen Bankwart mehr“. Ein Nachfolger sei nicht in Sicht, der Lüdenscheider SGV sei „stark überaltert“.

Auch beim Freizeit- und Touristikverband Sauerland und der Stadt Lüdenscheid sind die Probleme bekannt. Stadt-Touristiker Wolfgang Löhn sprach gestern von einem „herben Schlag für die heimische Wanderkultur“, sollte der SGV seine Ankündigung wahrmachen.

Daran lässt Angelika Tebs nach der Vorstandssitzung am Freitag keinen Zweifel. „Rund 14 Bänke auf der Homert werden erhalten, der Rest kommt weg.“ Aber nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach, wie die SGV-Chefin sagt. „Denn auch der Abbau der Bänke macht ja viel Arbeit, und die Entsorgung kostet auch Geld.“

Olaf Moos

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