Beschwerdeausschuss: „Ablehnen – und fertig!“

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Der große Bunker in der Oberrahmede wird zunächst kein Baudenkmal werden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der Umgang der Kommunalpolitiker mit dem ehemaligen Stadtarchivar Dieter Saal ist offenbar nicht frei von Spannungen. Die beiden Eingaben, die Saal an den Beschwerdeausschuss gerichtet hatte, stießen auf breite Ablehnung, sorgten teilweise für Kopfschütteln und reizten zu teils kernigen Kommentaren.

Dieter Saal hatte sämtliche Plastiken im Besitz der Stadt auflisten lassen wollen, die in Magazinen lagern. Damit sollte eine Grundlage geschaffen werden, Standorte zu finden und die Plastiken für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dagegen haben die Politiker auch nichts und verwiesen das Thema deshalb zuständigkeitshalber zur weiteren Beratung an den Kulturausschuss. Aber eine Extraliste für Plastiken wird es nicht geben. Denn längst existiert eine Inventarliste mit sämtlichen Kunstgegenständen, 1268 Objekte, erfasst und beschrieben auf 104 Seiten. CDU-Vertreterin Elisabeth Siebensohn empfahl, das Thema damit abzuhaken.

Auch Dieter Saals Anliegen, Luftschutzbunker unter Denkmalschutz stellen zu lassen, fand keine Gegenliebe in dem Gremium. Warum es schon acht Jahre dauert, eine Einigung mit der Oberen Denkmalbehörde zu erzielen, erklärte Kulturamtsleiter Stefan Frenz. „Es gibt dringlichere Anträge, etwa, wenn der Eigentümer eines Baudenkmals neue Fenster einbauen will.“ Seine Abteilung, sagte der Amtsleiter, sei „personell nicht gerade üppig ausgestattet. Nur ein Bruchteil einer Planstelle stehe für solche Anliegen zur Verfügung. Frenz empfahl, das Verfahren zur Unterschutzstellung der Bunker „geordnet weiter zu betreiben“. Wann es abgeschlossen ist, bleibt unklar. Stefan Frenz: „Hoffentlich in nächster Zeit.“

CDU-Mann Hansjürgen Wakup fasste zusammen: „Herr Saal wohnt nicht mehr hier, sondern irgendwo an der Nordsee. Und meint, uns hier beschäftigen zu müssen. Das sollten wir ablehnen – und fertig.“

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